My African Dream - My African Horror
Blue Velvet
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3/22/20263 min read
Wobei ich stand nicht ganz alleine da, ein weiterer Flughafenmitarbeiter hatte sich während des Schauspiels noch zu uns gesellt.
Er war türkischer Herkunft, braungebrannt, groß, ein richtiger Hüne, doch auch irgendwie ein Teddybär. Er mokierte sich ständig über den David Lynch Kollegen, während dieser hinter seiner Wand verschwand und versicherte mir, dass dieser immer so chaotisch und unbeholfen sei und keiner der Kollegschaft sich das erklären könne. Kam der Kollege, so zückte er unverzüglich sein Smartphone und begann herum zu wischen.
Nun gut, ich erhielt mein obligatorisches „one moment, Sir, I check, no problem“ und er verschwand hinter seiner Wand, das Rollen des Bürosessels, das Klappern der Tastatur begann. Derweilen präsentierte mir der Flughafenmitarbeiter sein Handy, denn er wette, dass sie mich auf die türkische Fluglinie umbuchen wollen, die hätte mehr oder weniger die selben Flugkonditionen. Jedoch sei der Flug aus Istanbul auch um Welten verspätet, es gehe sich daher sicher nicht aus. Die Wette bestand eben daraus, dass die ägyptischen Kollegen dies noch nicht am Radar hätten. Witzig!
Und tatsächlich! Mein skurriler Freund kam hinter seiner Wand hervor, in seinen Händen, ein weißer A4 Zettel, der mir nur allzu bekannt vorkam und ein gelber Marker!
Und tatsächlich! Mein skurriler Freund kam hinter seiner Wand hervor, in seinen Händen, ein weißer A4 Zettel, der mir nur allzu bekannt vorkam und ein gelber Marker!
Er knallte in auf den Tresen! Setze zum Linieren an und BAMM! - Türkische Fluglinie, Zwischenlandung in Istanbul, alles angeblich „on time“ und mach- und schaffbar! „You see, this is your flight, you see. No problem. No problem!“
Der Teddybär schüttelte nur seinen Kopf, zeigte mir nochmals auf dem Display seines Smartphones ein kleines digitales Flugzeug, wie es gerade über dem Bosporus flog. Flight Watching App – Echtzeit – keine Zweifel möglich! Doch er wäre so amikal und nehme mich für den Versuch mit zu den Schaltern der türkischen Fluglinie, diese wäre blöderweise nur am ganz anderen Ende des Flughafens. Wir müssen los!
Wir liefen los! Mein Koffer konnte kaum mithalten, schließlich brach ihm beim letzten Flugverkehr eines seiner vier Räder ab, doch mit vereinten Kräften kamen wir am Schalter an! Sichtlich war der Check-In längst beendet und schnaufend, doch voller Optimismus und erstaunt, dass hier entgegen einem digitalen Flugzeug gehandelt wird, gab ich der freundlich, aber müde lächelnden Mitarbeiterin meinen Pass.
Sie nahm ihn an!
Funktioniere dies jetzt doch?! Komme ich doch noch nach Afrika?!
Sie tipselte ein paar Kommandos in ihren Computer, eine weitere Maschine begann etwas zu drucken – die Boarding Pässe! Ich staunte nicht schlecht!
Sie präsentierte mir die Pässe, Flüge so wie geplant, Zwischenlandung in Istanbul, dann nach Nairobi, Kenia. Doch irgendetwas stimmte mit dem Datum nicht, der Flug nach Afrika war nicht für heute angesetzt, sondern für morgen…
„Ja, aber dann muss ich ja eine Nacht in Istanbul verbringen?! Ich habe dort keine Unterkunft, was soll ich dort?!“
Freundlich und wirklich für nichts verantwortlich, verwies mich die sympathisch müde Mitarbeiterin an den nächsten Schalter, der sich um solche Angelegenheiten kümmert…
Der Teddybär war unterdessen längst mit einem befreundeten Kollegen verschwunden, der der eigentliche Grund „seiner Amikalität“ mir gegenüber war, als er mich packte, um mit mir aus einem David Lynch Film in eine Asterix und Obelix Welt zu entschwinden.
So fand ich den Weg alleine hin zu dem neuen Schalter, mir bereits Alternativlösungen durchdenkend, denn die ägyptische Fluglinie biete den von mir gewählten Flug alle zwei Tage an.
Da wären natürlich die bereits gebuchten Unterkünfte in Kenia und Tansania.
Da wäre die Autoübergabe.
Da wären halt ein paar Sachen zu klären, doch, mit einem fünfjährigen Vereisungsereignis des Wiener Flughafens im Ärmel, sah ich möglichen Diskussionen rund um Umbuchungs- oder Stornierungskosten mit einer sicheren Haltung entgegen.
Ich sprach mich an diesem Schalter nun nochmals aus, dass ich keinen Sinn darin sehe, nach Istanbul zu fliegen, um dort eine Nacht zu verbringen, denn dies könne ich auch recht herzlich bei mir daheim wohl auch.
Und der Mitarbeiter verstand! Doch! Er war natürlich nicht verantwortlich für diese meine Umbuchung. Bei ihm ginge es nur um Ausgleichsentschädigungen und ich müsse zurück zu den ägyptischen Schaltern, zurück in den Samt aus Blau…
