My African Dream - My African Horror

Twin Peaks

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3/19/20262 min read

Denn der Mitarbeiter an diesem Schalter war an Skurrilität einem David Lynch Film entsprungen!

Als ich ankam warteten bereits zwei andere Menschen auf ihre Abfertigung.

Denn, betritt man den Kosmos eines Flughafens, verliert man seinen Status Mensch, man wird Name und Nummer und Namen und Nummern werden halt einfach abgefertigt.

Ob ich dies als Mensch unter Menschen gutheiße?

Ich durfte also hautnah erleben, wie der besagte Mitarbeiter agierte, fungierte und sich dabei nicht genierte!

Schien er doch vom ersten Augenblick an ein wenig hilflos, konfus und fremdgesteuert.

Der Ablauf, der sich viele Male wiederholte, war wie folgt.

Wir alle standen an seiner zweigeteilten Box, die zu uns gerichtet am Tresen endete.

Der besagte Mitarbeiter kam hinter einer eingezogenen Wand hervor, die den Blick in den zweiten Teil der Box nur dahin zu lenken verstand, wo scheinbar die Ausgangstür sich befand. Schreibtisch, PC und Bürosessel verbargen sich uneinsichtig.

Er kam mit einem A4 Zettel, auf dem in kleinstmöglicher, unübersichtlicher, kaum lesbarer Schrift viel zu viele Zahlen, Codes und Abkürzungen sich verworren.

Flugnummern, Destinationskürzel, Buchstabenkombinationen, davon alles in zehnfacher Ausführung, untereinander, nebeneinander, all dies schien scheinbar irgendetwas zu bedeuten!

Und er packte den Zettel auf den Tresen und begann mit hoher, aber gebrochener und leiser Stimme, doch resolut und selbstsicher, in stotterndem Englisch zu erklären, während er mit einem gelben Marker gezielt eine Linie unter den vielen hervorhob.

„Madame, you see, this is your flight, you see. No problem. No problem.“

Die besagte „Madame“ war aus Äthiopien und musste dringend in ihre Hauptstadt, nach Addis Abeba. Sie konnte mit der gelb unterlegten Zeile überhaupt nichts anfangen, sie fragte nach, sie war verzweifelt.

„Okay, no problem. No problem. I check. Wait. I check.“

Mit diesen Worten verschwand unser Freund hinter der dünnen eingezogenen Wand, die Schatten erlaubten mir zu sehen, wie er sich in seinen Sessel setze, hin zum Schreibtisch rollte und dann konnte man dem Tippen der Tastatur lauschen.

Es dauerte wirklich lange und niemand konnte irgendetwas tun, außer zu warten. So verging eine Viertelstunde und auf unser fragendes „Hello?“ kam wieder ein sympathisch klingendes „no problem, no problem, I check, no problem.“

Dann kam er wieder hervor, gut gelaunt, als wäre gerade eben kein Moment vergangen, seit er vor uns stand!

Er knallte denselben Zettel auf den Tresen „see, Madame, this is your flight, you see. No problem.”

Nun schob sich die Flughafenmitarbeiterin mit den großen Augen dazwischen und begann der Äthiopierin zu erklären, diese konnte sich beruhigen, es schien ihr Flieger ginge sich aus!

Alles Gute! Ob ich wohl je die Bibelgruppierung und das Gute-Menschen Camp aufsuchen werde, die sie mir so wärmstens ans Herz gelegt hat? Zu dem Zeitpunkt war ich sehr empfänglich.

Der andere vor mir wartende Passagier nutze die Gunst der Stunde, den Sog, er konnte seine Reise durch den stattfindenden Addis Abeba Flug auch fortsetzen

und somit stand ich da, mit ihm, meinem Freund…