My African Dream - My African Horror

Im Grenzland - Let me go!

...

7/3/20262 min read

Plötzlich! Ein Wink des Menschen am Problemschalter. Bahab eilte hinan.

Es war vollbracht! Alle Papiere da! Ich durfte endlich weiter.

Nach drei Stunden des Wartens, wo normalerweise eine halbe Stunde reicht.

Das günstigste Angebot an Autovermietung machte mir auch hier einen Strich unter der billigen Rechnung!

Dass noch einige Striche hinzukamen und mich noch so einiges kosten werden, war mir damals aber wirklich noch nicht bewusst.

Ich durfte das Grenzgebäude nun auf der anderen Seite wieder verlassen.

Bahab und ich verabschiedeten uns herzlich.

Ob ich weiß, wie die Verkehrsregeln in Tansania wären, fragte sie mich noch und ich hatte die Maximalgeschwindigkeit auf der Autobahn und in Ortschaften im Kopf.

Ach“, meinte sie nur abwinkend, wichtig sei nur, „if you see some houses or a village, just slow down, otherwise go as fast as you like!”

Mir erschien dies einerseits sehr einleuchtend, ich dachte an Namibias Einöde und deren Menschenlosigkeit, die endlosen Straßen ohne Straßenverkehrsordnung. Dies wird hier wohl ähnlich sein…

Andererseits war ich mir mit diesem Ratschlag dann doch nicht ganz so sicher, diesen so praktizieren zu wollen.

Die Fahrt von Nairobi hierher nach Namanga war dann doch nicht ganz so unproblematisch und Bekanntschaft mit einer Patrouille hatte ich ja bereits auch schon gemacht. Daher war Vorsicht geboten, das spürte ich!

Bahab verschwand nun wieder in das ehrwürdige Grenzgebäude.

Auf dem Weg zu meinem Toyota-Baby war ich dann leichte Beute für meine drei, vier Maasai Frauen!

Im Endeffekt habe ich keine Probleme mit dem Versuch dieser Menschen mich zu einem Kauf zu bewegen.

Ich bin standhaft und habe einen Nicht-Kaufen-Pakt längst mit mir abgeschlossen, davon lasse ich auch meinem Gegenüber schnell wissen.

Das Zeugs, was die Frauen in ihren schönen roten Maasai Trachten mir jedoch darboten, bedurfte überhaupt nicht einmal irgendeinem Nicht-Kaufen-Pakt, denn es war schwer hässlich, alles aus Plastik, farblich ein Graus, Ketten, Armreifen, Tiere aus Draht und Plastikperlen.

Dass ich meinem Gegenüber nun aber auch von der abstrusen Schirchheit der dargebotenen Waren wissen lasse, passiert nur in den seltensten Fällen und in menschlicher Verbundenheit verbleibe ich sanft und meiner mitfühlenden Linie treu.

Genau auf dieser Linie schien ich in Kenia und Tansania ganz zu versagen.

Diese Linie wurde nie ernst genommen.

Ich hatte nicht mit zu fühlen verdammt nochmal, ich hatte gefälligst zu zahlen!

Die Blicke der Maasai Frauen, die, nachdem ich ins Auto eingestiegen war, weiterhin an alle Fensterscheiben klopften und flehten, waren plötzlich so böse…

Ich konnte nicht anders als mitsamt bettelnden und bittenden Maasai Frauen langsam loszurollen, ich wollte niemanden verletzen!

Sie ließen erst am Ausgang des Parkplatzes ab…

Dies war schon eher in die Kategorie Belastung einzuordnen.

Ich fuhr zum Grenzschranken, dahinter Tansania – ENDLICH!

Das lang ersehnte Tansania.

Alle Papiere schienen in Ordnung!

JAMBO! Ob ich denn etwas zu trinken bei mir hätte?, fragte mich ein grinsender Grenzpolizist.

Äh, no, just water, erwiderte ich etwas verdutzt.

Alright, then welcome to Tanzania!

Da war nichts weiter, der Polizist gut gelaunt. Ließ mich in sein Land…

contact

write something!

mail to...

wittinghausenmusic@gmail.com

© 2026. All rights reserved.