My African Dream - My African Horror

Im Grenzland - Still waiting...

...

6/15/20262 min read

„No, no!

It’s Austria, in Europe.”

Wie oft ich diese Phrase im Laufe dieser Reise noch zu sagen hatte!?

Ich weiß es nicht, es waren einfach zu viele Male…

Und ab der zweiten Hälfte dieser Reise wurde es sogar zunehmend belastend, dieses ständige Auftürmen gegen Kängurus und Koalas! Immer diese Beuteltiere!

„And where are you from?, war die von mir klarerweise gestellte Gegenfrage.

„I am from here, Nairobi, doing business in Tanzania.”

Na, bitte…

Da hatten wir die Bestätigung meines Verdachtes eines Menschen, der auf Kosten anderer und der Welt per se Selbstbereicherung betrieb.

Ja, die Bestätigung kam so schnell und sie bekräftigte sich nur noch mehr während des weiteren Gesprächsverlaufs.

Er behauptete dieses und jenes, ließ dabei immer Protz und Arroganz heraushängen und umgarnte einen gleichzeitig mit seiner rhetorischen Redefertigkeit, die meinem Englisch auch weit voraus war.

Wir verstanden uns jedoch, denn ich gab nicht viel von mir preis.

Erfahren musste ich jedoch die ersten Anflüge von innerafrikanischem Rassismus.

Denn „people from Tanzania and Uganda, they are afraid of us Kenyans.”

Auf meine Frage nach der hierweiligen Ursache, bekam ich grinsend die scheinbare Überlegenheit des kenianischen Volkes präsentiert!

Sei es ökonomisch, ökologisch oder ethnologisch.

In allem war Kenia besser und durch diesen Reichtum kam Bildung, kam Ruhm über die Grenzen hinweg, kam schlussendlich Neid der anderen ostafrikanischen Länder.

Mein Businessman, der auf mich immer mehr wie ein US-amerikanischer Stand-up Comedian wirkte, war sehr überzeugend und präsentierte mir auch immer wieder seine schicken Prestigeobjekte, wie Uhr, Laptop oder Gürtelschnalle…

Sah ich da plötzlich doch das vermeintliche Manko des Gebisses? War da ein Goldzahn?

So oder so, ich war wenig beeindruckt. Mir kam mein Gegenüber austauschbar vor.

Und so schielte ich während unserer einseitigen Konversation immer wieder über ihn hinweg, hoffentlich für meinen eher unfreiwilligen Gesprächspartner eh nicht sichtbar, ob sich nicht endlich etwas tue, da drüben am ominösen Problemschalter.

Doch leider immer noch dasselbe Szenario.

Wild lustig herumgestikulierendes Grenzpersonal inklusive meiner Bahab und der verzweifelte Mensch am Computerbildschirm.

Also, all die Menschen in ihren neongrüngelben Warnwesten, die hier seit der Einfahrt in Namanga auf mich einwirkten, waren sogenannte Versicherungsstewards. Während der Wartezeit wurde mir nämlich so einiges klarer.

Es war ein offizieller Beruf, um den Grenzbetrieb geschmeidig am Laufen zu halten.

Und je näher man an der Ortseinfahrt Namanga steht, desto schneller angelt man sich einen Fisch!

Und jeder kannte hier scheinbar jeden, hatte einen Steward, eine Stewardess als Kontakt bei der Hand. Familie?

Während meiner Anfahrt wollten ja bereits drei, vier nach mir angeln, hier im Grenzgebäude kamen auch einige auf mich zu, um mir ihre „Hilfe“ anzubieten. Einer davon war so betrunken, dass er nur torkelnd, wankend durch die offiziellen Hallen lief, jedoch nicht mit offizieller Fahne...

Mit Bahab fühlte ich mich von Anfang an wohl, da sie eine Frau war.

Und über ihr bewegtes Leben hatte sie mir noch so einiges zu erzählen, während wir warteten.

Denn plötzlich saß sie neben mir, mir den Stand der Dinge erklärend.

Es würde alles noch dauern und sie bräuchte bitte weitere 60 USD von mir, um das Auto korrekt zu exportieren.

Sie hielt mir ihr Smartphone entgegen.

„Here, this is Herman for you, he will explain.”

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