My African Dream - My African Horror

Im Grenzland - Am Bahab

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6/9/20263 min read

Die Straße machte tatsächliche so eine Art Kehre, wie sie der Arm des Mannes in Warnweste im Verbiegen gedeutet hatte!

Ich schrieb Am Bahab via whatsapp am tablet, dass ich jetzt hier angekommen sei.

Und dann war da plötzlich ein Schranken, dazu ein kleines Einpersonenhütterl!

Ein Grenzpolizist kam heraus, nahm sich all die nötigen Papiere und fragte nach meiner Begleitperson und ob er mir jemanden organisieren solle. Er kenne da jemanden.

Gleichzeitig antwortete mir Am Bahab, wo ich genau sei?

Hier an diesem Grenzhütterl war meine Antwort und sie schrieb mir sogleich zurück, sie werde gleich da sein!

Zurück an den Grenzpolizisten gerichtet:

„No thank you, Sir, but I already have a contact.”

“Ahh, okay, who is it?”

“Am Bahab.”

“Ahh, alright, then please proceed.”

“Yeah, but Am Bahab will be here in a moment, can I wait?”

“Ahh, okay, no problem, Sir.”

Und in diesem Augenblick kam eine Frau in Warnweste, Mitte 30, den Hügel zu Fuß heraufgestapft, schnaufend, schließlich war es 30 Grad heiß und die Sonne schien knallhart auf den Boden und auf alles dazwischen.

„Am Bahab ist eine Frau!“, war der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam!

Und so war es auch, sie stieg zu mir ins Auto, wir begrüßten uns recht herzlich und dann fuhren wir weiter.

Und Am hieß eigentlich nur Bahab, weil das Am ein „I am“ war und ich naiver und unwissender Kerl mal wieder alles für bare Münze genommen hatte, und Am erschien mir als Vorname irgendwie passender als Bahab.

Sie war gleich so nett und liebevoll mit mir.

Ich wunderte mich also etwas über diese überschwängliche Bemutterung durch all diese Menschen hier.

Zugleich rieselte es wie Schuppen vor den Augen…

Alle wollen sie ein Geld machen mit mir…

Wir fuhren nun einen Hügel hinan, eine Biegung weiter, und sahen vor uns nun das richtige Grenzgebäude mitsamt Parkplatz. Hier waren wir richtig! Ich solle parken, dann steigen wir aus! Sie kümmere sich um alles, doch ich habe mitzukommen in die Station zwecks Visum und Versicherung, etc.

Denn Du erinnerst Dich?

Mir fehlte ja die COMESA Yellow Card für ein problemloses Reisen zwischen den mitmachenden Staaten, somit hatten wir diese für Tansania noch abzuschließen. Was kein Problem darstellen sollte.

Sollte…

Doch zuallerst galt es noch kurz zu warten, denn ich wollte nach der Autofahrt und der ganzen Aufregung eben gerade, einmal in Ruhe ankommen, eine Zigarette rauchen.

Drei Maasai-Frauen vielen mir auf!

Maasai, Du weißt vielleicht, ein ostafrikanisches Hirten- und Nomadenvolk, rote Leinengewänder, deren Lebensraum durch europäisch gesetzte Grenzen zerschnitten wurde.

Teile in Kenia, Teile in Tansania.

Diese Maasai Frauen boten billigen und billig gemachten Schmuck an, plastikperlenbesetzte Arm- und Fußbänder. Die Farben in meinen Augen ein Graus, das Material auch! Natürlich kostete es für unsere Verhältnisse nichts, doch wer braucht sowas?!

Ich jedenfalls nicht und auf Souvenirsuche wurde ich ohnehin anderswertig geschickt.

Du erinnerst Dich?

Ich war auf der Suche nach einem Leopardenkleid!

Die Frauen waren extrem aufdringlich, sie kamen zu mir, umzingelten mich, berührten mich, flehten mich an, ich wollte doch nur nett sein und dankend ablehnen, dabei wertschätzen, was sie hier tun!

Dieses Wertschätzen und mein überschwängliches Bedanken führten leider nur noch mehr dazu, dass sie, Schwäche bei mir riechend, nicht von mir abließen…

Bis Bahab ein Wort zu ihnen sprach, da sie meine verzweifelten Blicke richtig deutete…

Dasselbe Szenar ergab sich dann auch beim Rauchen. Hierfür hatte ich das Gelände der Grenzstation zu verlassen, denn Du erinnerst Dich? Kenia hatte ja strikte Anti-Raucher-Regelungen und hier gab es kein Raucherhütterl.

Somit musste ich „kurz vor die Tür“ und es war eine Tür in eine andere Welt!

Namanga, voller Meschen, voller Lärm, voll Schmutz und Gestank!

Und plötzlich war ich umzingelt, zuerst nur ein argwöhnisches Betrachten meiner Selbstwuzelei, weil es kann ja sein, dass es ein Joint ist.

Hier in Ostafrika drehen sich die Leute ihre Zigaretten nicht selber, jedenfalls ist mir kein Mensch begegnet, der dies tat. Geraucht wurden fertig fabrizierte Industrietschick!

Und dann gings auch schon los!

Brauch ich dies, brauch ich das? Angeboten wurden mir neben Drogen, also Gras, auch Warnwesten, Erste-Hilfe-Pakete und Pannendreiecke – denn in Tansania galten strikte Vorschriften, dies im Auto immer mitzuführen.

Immerhin waren mir meine Autovermieter so gnädig, mich damit auszustatten, somit lehnte ich dankend ab!

Als mir dann ein Mensch nach dem anderen solches Zeug anbot, wurde ich grantig, ich wollte in Ruhe gelassen meine Zigarette rauchen...

Das schien hier nicht möglich zu sein…

Ich machte kehrt, schnell wieder zu Bahab, ab mit ihr ins Grenzgebäude!

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