My African Dream - My African Horror
Im Grenzland - In Namanga
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6/7/20262 min read


Bevor ich die Grenzstation in Namanga erreichte, kam ich in den Genuss des ersten Kontaktes zur lokalen Polizei. Ich hatte ja bereits einiges gelesen, über die tiefgreifende Korruption im Lande Tansania, scheinbar schien diese vor Ländergrenzen nicht Halt zu machen!
Und im Moment dieser ersten Kontrolle, und viele, viele weitere sollten noch folgen, hatte ich mir wirklich nichts zu Schulde kommen lassen! Das Auto so, wie ich es bekam, die Papiere alle (noch) gültig.
Tja, so dachte ich jedenfalls. Denn der Polizist, cool, mit schwarzer Sonnenbrille und schwarzem Polo, dazu Jeans, um die 50 Jahre, empfand dies nicht so.
Doch mein Plan, der von Anfang an in meinem Sein zu sein schwebte, mit überschwänglicher und übertriebener Freundlichkeit jeden aufquellenden Keim Korruption zu entwurzeln, ging dieses erste Mal sogleich, sogar auf!
Ich wusste, die Beanstandung meiner Papiere lief auf nichts Weiteres hinaus, als dass ich hätte zahlen müssen. Ich wollte einfach nicht wahrhaben, dass ich jetzt, hier bei der ersten Polizeikontrolle gleich zur Kassa gebeten werde. Ich hatte nichts Falsches getan!
Und die Diskussion ging los, wer denn der Besitzer sei, und warum das Auto aus Uganda ist und dass angeblich irgendwelche Papiere fehlten.
Ja, und ich voller Leidenschaft und aufbrausender Energie, ich sei doch so glücklich hier, hätte das Auto gerade erst frisch angemietet, er solle mich doch weiterfahren lassen, bitte, bitte!
Ach, es half tatsächlich, etwas widerwillig grummelnd gab er mir die Papiere, erklärte mir nochmals, welche Papiere „fehlten“ und dass mir dies bei allen weiteren Kontrollen auch Probleme machen würde.
Niemals mehr wieder fragte mich wer nach diesen Papieren…
Doch vieles anderes passierte an den extrem häufigen polizeilichen und militärischen Kontrollen im Laufe dieser Rundreise…
Ich hätte gerne darauf verzichtet, doch davon erfährst Du später noch!
Ich kam also pünktlich, wie berechnet, drei Stunden nach Abfahrt aus Nairobi in dem kleinen Grenzstädtchen Namanga an und fuhr nun in eine typisch ostafrikanische Ortschaft ein.
Die Straßen unbefestigt, sandig, hellbeige, es staubte bei jedem vorbeifahrenden Gefährt.
Die armen Menschen an den Straßenrändern! Jedesmal von Staubfontänen umhüllt zu werden, wenn jemand vorbeifuhr, schien mir nicht so fein! Und hier fuhren nun plötzlich wieder einige motorisierte Vehikel. Das kleine Namanga pulsierte!
Und die Menschen hielten sich alle an den Straßenrändern auf, die Marktstände, ausgebreiteten Waren am Boden, Mobilität von A nach B, Blechhütten, Geschäfte, Wohnhütten?
Ich fragte mich, wie ich nur Am Bahab finden sollte?
Und langsam kam ich an die Grenze, Autos, unzählige, kaum leserliche Schilder, weiters nun viele Gestalten mit gelb-grünen Warnwesten mit Namensschildern.
Einer von Ihnen winkte mich zu sich heran!
„I am here to help you with the border, please let me in, I will drive there with you”.
Er machte mit seinem linken Arm eine schlängelnde Bewegung, um mir zu verdeutlichen wie wir zu fahren hatten.
Doch mir war nicht ganz klar.
Es ergab für mich keinen Sinn. Wer war dieser Mann?
Am Bahab vielleicht?
Aber nein, das konnte nicht sein!
Ich bemerkte eben zeitgleich die vielen anderen Menschen in Warnweste und wusste irgendwie sogleich, dass diese wie Geier in der Luft um einen Kadaver kreisten.
Immer auf der Suche nach einem Grenzübertreter! Ein Geschäft? Ganz sicher!
Nein, also, ich durfte mich auf nichts einlassen, ich hatte ja meinen Kontakt!
„No sorry Sir, I already have a contact, Am Bahab.”
“Ahhh, so good for you, Sir, then please drive along to the border station.”
Und so fuhr ich alleine weiter…
