My African Dream - My African Horror

Im Grenzland - Namanga! Ich komme!

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6/5/20262 min read

Die Straßen aus Nairobi heraus waren allesamt noch aus einem chinesischen Guss! Alles im Fluss und den heutigen Zeiten entsprechend modern, daher auch verkehrssicher.

Doch dies Netz aus Mandarin hielt eben nur die Stadt zusammen und für die vielen sternförmigen Ausläufer, heraus aus der Hauptstadt Kenias, reichte das Geld bisher noch nicht.

Doch wie schon Arnos und Bernards Erzählungen durchsickern ließen, waren die nächsten Megastraßenbauprojekte nicht weit, denn für Korruption braucht es einen Nährboden!

Ich hingegen landete (noch) auf einer der „klassischen“ Landstraßen Ostafrikas, betont sei hier aber jedoch, dass ich mich noch auf Asphalt bewegte. Denn die wirklich „klassische“ Landstraße Ostafrikas ist unbefestigt! Rot, staubig, matschig, lehmig und an den Straßenrändern, wer weiß es? Richtig, Menschen, Menschen und nochmals Menschen.

Es gab für mich daher ein zügiges Vorankommen, und da ich durch den Ausbleib anderer Autofahrer*innen eine leere Straße vor mir hatte, machte ich mich mit meinem Toyotababy vertraut. Doch soviel gab es nicht, um sich damit vertraut zu machen.

Die Standard-Toyota-Ausstattung kannte ich ja als langjähriger Toyotafahrer bereits.

Freude über irgendwelche coolen, neuen Gimmicks schwang immer in trauerhafte Ernüchterung um, da nichts, ja, wirklich nichts in diesem Auto funktionierte…!

Das große, zentrale Display auf der Frontalarmatur war ja eingeschlagen und somit gab es nur die kleine, längliche Anzeige auf dem sporadisch eingebauten DVD-Laufwerk, oder war es gar BLU-RAY?

Ich versuchte meine Musik halbwegs hörbar, aber leider immer zu leise, einzustellen.

Denn Du erinnerst Dich?

Die Boxenmembranen waren ja bereits alle zerfetzt und zerrissen…

PLÖTZLICH schob sich wie eine langsame Zunge ein quadratisch, metallenes Etwas aus dem Player heraus! Ein Player im Player?! Was sollte das denn sein?!

Und diese Zunge schob sich bis zum Anschlag heraus, machte einige krächzende und schleifende Geräusche und verschwand dann genau dorthin wieder, wo sie hergekommen war.

Was hatte das bitte zu bedeuten?!

Die Strecke nach Namanga war im Rückblick betrachtet, so harmlos wie eine Sonntagsfahrt von Wien nach Linz. Nicht an irgendwelchen Hauptreisezeiten, versteht sich.

Und dies war für mich ein guter Einstieg die gängigen Praktiken der hiesigen Straßenverkehrsteilnehmer zu erlernen.

Das wichtigste Manöver, welches sogleich zu erlernen war - das Überholen!

Denn obgleich es kaum Verkehr gab, wenn, dann war ein langsames Fahrzeug der Auslöser und hier auf Ostafrikas Straßen, gab es sehr, sehr viele langsame Vehikel!

Boda Bodas, Tuktuks, Bajajis, Matatus, Dala Dalas und wie sie nicht alle heißen!

Und dazu mischen sich die in die Jahre gekommenen LKW jeglicher und teils unvorstellbarer Kategorie!

Und zum Überholen brauchte man Mut!

Die Straßen eng bemessen, räumlich begrenzt, weil soviele Menschen am Straßenrand, Fahrradfahrer, Mopeds, Motorräder, hier auf den Landstraßen kamen nun exponentiell vermehrt Hirten mit ihren Herden hinzu!

Und eines war nebst Mut einfach zu wissen und daran hatte man sich zu halten…

Nämlich…

An das Gesetz des Stärkeren!

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