My African Dream - My African Horror
Im Grenzland - Ein holpriger Start
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5/31/20263 min read


Noch gar nicht erwähnt hatte ich bisher, dass ich in der letzten Nacht im Cottage bei der Durchschau der Autopapiere meines Toyotababys auf ein weiteres Problem stieß, nebst meinem unguten Gefühl, ein so altes Auto in die Wildnis Afrikas zu entführen.
Und zwar galt dies der temporären Versicherung, die Boas noch für mich organisiert hatte. Sie deckte nicht den gesamten Zeitraum meiner Reise ab, lief zwei Tage vor der geplanten Autorückgabe ab?!
Weiters erhielt ich keine COMESA Yellow Card, obwohl ich dies mit Herman extra besprochen hatte…
Dieser Wisch ist eine regionale Kfz-Haftpflichtversicherung für die Länder des Gemeinsamen Marktes von Ost- und Südafrika. Das Papier ermöglicht es Autofahrern, problemlos durch teilnehmende Staaten zu reisen, ohne an jeder Grenze neue lokale Versicherungen abschließen zu müssen.
Und all dies bereitete mir natürlich auch große Sorgen!
Ich klärte es sofort ab!
Nun hatte ich ja whatsapp und konnte mit Herman direkt kommunizieren!
Und jaja, ihr denkt es Euch vielleicht schon.
Als Antwort erhielt ich ein ungestresstes „relax man, everything will be fine, I’ve got a contact at the border, she will help you, don’t worry.”
Leichter gesagt als getan! Vor allem wenn man nicht ständig vor neue Probleme und Herausforderungen gestellt werden möchte. Und das noch dazu in der Nacht bevor es über die Grenze nach Tansania ging.
Und wer kennt es nicht, dies ungute Gefühl, wenn man über eine Grenzstation fährt, wo es immer zu Kontrollen kommt.
Ich erhielt also den Kontakt, versuchte es sogleich und hatte Glück, dass Am Bahab, so jedenfalls stellte sie sich mir vor, auch nächtens noch berufliche Agenden beantwortete. Sie war sehr freundlich und versicherte mir, dass sie an der Grenze auf mich wartet und wir somit alles dort klären können. Statt der COMESA Yellow Card schließe sie eben einfach eine Versicherung für die Zeit in Tansania ab und das mit der ablaufenden generellen Versicherung klären wir dann, wenns soweit ist, da würde sie mir diese dann für ein paar Tage einfach verlängern.
Somit vertraute ich darauf, doch noch ohne große Grenzprobleme nach Tansania zu kommen...
Bis zur Namanga Grenze waren es gut drei Stunden Fahrt.
Dies war auch das Limit, welches ich mir persönlich gesetzt hatte für meine maximale Zeit im Auto pro Tag. Denn dies wusste ich von vergangenen Reisen nur zu gut, dass lange Autofahrten extrem aufs Gemüt drücken und drei Stunden am Stück sind eh schon an der Grenze. Und ich bin bereits fünf, zehn, fünfzehn Stunden am Stück gefahren…
Autofahren kann zwar auch sehr neutral über die Bühne gehen, wo nicht ganz soviel Energie verbrannt wird, jedoch nicht in Afrika!
Hier galt es stets und ständig extrem aufmerksam und bedacht zu sein. Im Straßenverkehr wimmelte es nur so von anderen Verkehrsteilnehmern. Wie ja bereits beschrieben, alles Mögliche tummelte sich auf den oft viel zu eng bemessenen Straßen. Nicht nur Autos, Fahr- und Motorräder, Frauen, Kinder und Männer, nein auch Ziegen, Rinder und Esel, gar Paviane!
Es war montags und es war um die Mittagszeit herum, als ich mich aus Nairobi durch die Vororte quälte. Denn wider Erwarten kam ich scheinbar in eine Hauptverkehrszeit?!
Jedenfalls war die Straße blockiert, es gab nur ein zähes Weiterkommen im Schritttempo.
Stau ist Stau ist Stau!
Und zwar überall auf dieser Welt, immer gleich, immer ziemlich zach!
Und so erhielt ich einen weiteren Eindruck vom schier, uns Europäern unvorstellbarem Straßenleben Afrikas!
Es schien sich hier das ganze Leben abzuspielen und es schien hier alles zu geben, oftmals in vielfachen Ausführungen beziehungsweise einfach von vielfachen Menschen dargeboten.
Ich fragte mich, wie das geht?
Wie kann Obstverkäuferin A überleben, wenn neben ihr Obsterverkäufer B, C und D stehen, die dieselben Waren anbieten.
Das gleiche galt unter anderem für Gewand, Elektrogeräte, Haushaltswaren und Lebensmittel.
Wie funktioniert dieser Markt?
Wie erhalten diese Menschen genug Geld, zum zumeist Ernähren einer Familie?
Ist der auch noch so geringe Verdienst Grund genug, um tagtäglich ganztags draußen auf der Straße zu stehen oder zu sitzen?
Und es gibt sicher häufig Tage, wo kein Schilling über den Ladentisch oder die Marktbudel wandert.
Mhm…und es waren auch so, so viele Menschen, jung und alt, Kinder auch dabei, alles schien irgendwie immer in Bewegung, der Lärm ohrenberauschend, der Geruch ein intensives Gemisch!
