My African Dream - My African Horror
Auf den Hügeln des Büffels - Das Trinkgelddilemma
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5/28/20263 min read
Die ganze Heimfahrt dachte ich nur über das Trinkgeld für Bernard nach.
Ich kalkulierte die Kosten, die er bereits beim Eintritt gezahlt hatte, also den Tageseintritt für uns und das Auto, gab zwanzig Dollar dazu und hatte somit eine schöne runde Summe von etwas über 100 USD.
Wir fuhren ein in das Cottage, Jonathan erwartete uns bereits am Gatter und öffnete das Tor, Bernard parkte zentimetergenau in die kleine Parklücke und sah mich nun, erwartungsvoll und grinsend, mit großen Augen an.
Er wollte von mir bestätigt wissen, was wir nicht für einen tollen Safariausflug miteinander hatten!
Er forderte es natürlich heraus, dass durch großen Eindruck, auch großes Trinkgeld gegeben wird.
Ich gab ihm das Geld! Er nahm es, zählte es schnell durch und war entsetzt!
„No, this is not enough“, entkam es ihm auch noch sogleich.
Meine Gewissenbisse taten weh. Aber ich versuchte ihm sogleich, meine Aufschlüsselung klar zu machen und dass er, als mein Driver, mit zwanzig Dollar doch eh schon ziemlich viel bekäme. Er sei ja schließlich kein Safariguide.
Doch! Doch! Doch! Gründe über Gründe vielen ihm plötzlich ein, warum das Geld zu wenig sei. Seine Frau. Die Kinder. Der verlorene Flughafentransfer. Ich solle doch bitte wenigsten nochmals zwanzig Dollar drauflegen!
Ach, es war eine furchtbare Szene! Wir beide saßen vorne im Auto. Jonathan und Ann beobachteten uns und hörten jedes Wort.
Nein, zwanzig Dollar mehr wollte ich ihm nicht geben! Ich finde, das hatte sich mein Vormittag im Nairobi Nationalpark mit ihm nicht verdient gehabt!
Aber gut, er war so versessen, beharrlich und in meinen Augen auch gemein, weil er so dreist Geld verlangte und nicht aus dem Auto aussteigen wollte. Ich gab ihm noch zehn Dollar und sagte, dass ich nicht mehr für dieses Kostenpunkt einkalkuliert habe, es mir leid tut, er doch aber bitte nun aus dem Auto aussteigen solle…
Er war enttäuscht, er wollte mehr, ich befand mich in einer beklemmenden Lage. Er stieg aus, verließ, irgendwas grantig vor sich hin murmelnd, das Cottage…
Jonathan und Ann sahen mich mit großen Augen an...?
Mittlerweile war auch die Familie der Cottagebesitzer aus Dänemark eingetroffen. Ein Elternpaar mit zwei erwachsenen Söhnen, die jeweils ihre Freundinnen mit dabei hatten.
Es war mitunter der letzte Aufenthalt für sie, weil die Eltern des Vaters das Cottage gerne verkaufen wollen und nun endlich ein Käufer gefunden wurde.
Somit – last chance!
Ich kam mit Ihnen, vor allem den Eltern, gut ins Gespräch und sie erzählten mir die Geschichte des Cottages.
Doch ich hatte eine unvollendete Mission zu erfüllen!
Du erinnerst Dich? Da gab es ja noch so einige Baustellen, die unbedingt fertiggestellt werden sollten, bevor ich meinen alleinigen Weg gen Tansania begann.
Ich klemmte mich also zwischen Sitz und Laptop und begann mit meinem Freund JAMBO.
Ich erhielt Nachricht von TANAPA, dass die Buchungen der Permits und Unterkünfte nun erledigt seien, es fehle nur mehr die Bezahlung. Nicht in USD, aber in TZS!
Und ich nahm meine DEBITCARD, nicht CREDITCARD, weil auch da, erinnerst Du Dich wohl auch, große Probleme mir in den Weg gestellt wurden.
Ich versuchte es halt doch auf gut Glück mit meiner DEBITCARD und siehe da!!!
Sie funktionierte...
Ohne Probleme!!!
All das chaotische Herumgelaufe und Herumtelefonieren mit unterschiedlichen Bankinstituten, um eine funktionierende CREDITCARD zu bekommen, meine abenteuerliche Bargeldbesorgung am Tag des eigentlichen Abflugs, meine riesigen Sorgen und schwergestressten Zeiten so kurz vor der Abreise...
All diese löste sich plötzlich in ausgeatmete Luft auf...
Nun hatte ich meine bezahlten Permits!
Ich lief sogleich zu Ann, ich war so glücklich, hatte sich der Passierschein A38 mir ergeben!
Ob sie es für mich ausdrucken könne?
"Ja natürlich, überhaupt kein Problem…"
