My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Raus hier!

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5/26/20263 min read

Und der dritte der großen Fünf sollte hier im Nairobi Nationalpark auch noch auf mich warten.

Es war der Kaffernbüffel - Syncerus caffer, ein mächtiges Tier und mit oder ohne Auto fühlte ich die Vulnerabilität unsereins Menschen, falls denn dieses Geschöpf auch nur eine Nuance Gewalt an uns heranbringen würde.

Doch auch die Büffel zögern bei einer Begegnung mit solch einem metallenen Vehikel und dieses Hin und Her, aus Unsicherheit und Selbstüberschätzung, barg noch so einige brenzlige Situation in den afrikanischen Weiten.

Der Weg führte uns nun wieder weg vom Flussbett, einen Hügel hinan.

Nun gab es kein Entkommen mehr.

Überall waren Fahrzeuge unterwegs, überall standen Fahrzeuge herum.

Jeep an Jeep, damit nett zwischen den Fahrer*innen geplaudert werden kann.

Jedes Tier hatte seine Menschen. Ungesättigte Fettsäuren!

Und ich wollte schleunigst hier weg, raus hier!

Doch da, die nächste Kolonne, kaum ein Weiterkommen, aber immerhin waren die Straßen hier breit genug, dass wir in der vierten Spur langsam passieren konnten.

Was war hier los? Wieder nichts zu sehen. Möglicherweise wieder ein Fehlalarm, so wie unter der Brücke?

Doch nein, siehe da, es war ein Vorbote auf mein so dringliches Ziel dieser Reise, den Sack der Big Five zuzumachen.

Und nicht minder schön, nicht minder spannend, doch urzeitlich und in einem anderen Zeittakt und Rhythmus als wir Menschen!

Über die Straße lief, wohl eher schlenderte, etwas eingeschüchtert von all den schattenbildenden Blechmonstern und lautem Gebrumme, eine schuhkartongroße Leopardschildkröte (oder auch Pantherschildkröte genannt) - Stigmochelys pardalis.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Panzer dieser großen Landschildkrötenart gefärbt wie das Fell eines Leoparden.

Einer der mir im Moment augenscheinlichsten Modebooms der Sonderklasse ist die Rückkehr bzw. Einkehr der wilden Tiere und besonders der Leopardenmusterung.

Wie in kürzester Zeit, gefühlt jede fünfte Frau plötzlich Großkatze an sich trägt, ist vielleicht nur mir als Biologen aufgefallen? Der Leopard, der Jaguar, der Gepard, das Zebra – sie sind nun alle unzählig vertreten in den Großstädten dieser Welt. Wie schön!

Doch hier, zurück in Afrika, bekomme ich von diesem Boom nichts mit. Speziell auch, weil ich ja auf der Suche nach einem Leopardenkleid bin!

Und hier, im Nairobi Nationalpark bekomme ich statt Leopard und Gepard noch ein weiteres Weißes Rhinozeros mitsamt Jungtier zu sehen.

Und Du erinnerst Dich, wo das weiße Rhinokind bei seiner Mama zu sein hat?

Exakt! Genau! Wie bei uns weißen Menschen! Das Kind ist vorne!

Bernard begann zu telefonieren, was meine Flucht nach Draußen nur beschleunigte und ich keine fünf Minuten mehr bleiben wollte! Nicht mal für Mama Nashorn!

Doch der Weg war noch nicht getan, und unbedingt, verpflichtend für einen Safarifahrer, war ein Stopp bei der Gedenkstätte gegen die abscheulichen Gräueltaten der Wilderer an all unserem Erbe.

Ein riesiger Haufen Asche aus Elfenbein und Nashornhorn.

Dazu ein paar in die Jahre gekommene Informationstaferl.

Wir durften an diesem Ort auch aussteigen, Bernard erklomm den Berg aus Asche und nahm eine Handvoll des grauweißen Gebrösels. Er ließ es zu Boden rieseln, wollte das ich ein Foto von ihm mache. Ich tat ihm den Gefallen. Ich wollte zurück zu den Hügeln des Büffels.

Ein letztes Wasserloch noch und danach war es geschafft!

Wir verließen den Nationalpark, vorbei an den schwerbewaffneten Soldatinnen.

In meinem Kopf begann das Trinkgeldungeheuer zu spuken!

Bernard war ja bereits bei unserer Begegnung am Parkplatz des Supermarktes so dreist gewesen, um mich nach seiner von mir erdachten Bezahlung zu fragen. All sein Sein sprach dafür, dass er sich einiges an Geld erwartete, denn während unserer Safari stellte er mir wiederholt die Frage nach seinem Salär.

Ein Guide kann oftmals mit 100 USD aufwärts rechnen. Soviel wäre auch für den von der Unterkunft gebuchten, nie erschienenen David berechnet gewesen, wenn nicht sogar mehr.

Doch Bernard war kein Guide, er tat halt so, und dennoch war er schlicht ein Fahrer.

Informationen bekam ich kaum, wenn ja, waren sie für mich fraglich.

Und ich bezahle gerne gutes und angemessenes Trinkgeld, doch hier in Afrika war das alles so undurchsichtig…

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