My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - An African Safari

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5/24/20263 min read

Und es brachte auch uns Menschen!

Der blaue Fleck war einfach ein zu großes Attraktivum, als dass Bernard und ich hier hätten unter uns sein können.

Viele Safarijeeps tummelten sich um die Nilkrokodile, die Vögel wurden eher kaum beachtet.

Dies wird mir auch im Laufe dieser Reise gefestigtes Bewusstsein, dass für unsere Vogelnachbarn kein Hahn kräht. Außer vielleicht für den größten.

Erraten?

Exakt! Der Afrikanische Strauß - Struthio camelus!

Denn hier gilt der Safari-Mainstream und diese Hauptströmung verlangt die großen Tiere und bitte immer die Katzen, Löwe, Leopard, Gepard und Co.!

Und während ich faszinationstrunken mich im Zeitalter der Dinosaurier befand, plauderte Bernard Autoscheibe um Autoscheibe mit all seinen bekannten Fahrerkolleg*innen.

Natürlich immer auf Suaheli, ich verstand kein Wort, leider.

Auch dies ist gängigste Praxis hier im Safariboom.

Informationen werden ausgetauscht, so gut und so schnell es geht. Ein Lauffeuer unter den Fahrer*innen. Ein Löwe mit Riss hier, eine Gepardenmama, die ihre Jungen versorgt, da, eine weidende Elefantenfamilie dort! Zack, zack, zack!

Denn alles muss schnell gehen.

Viele der Touristen haben nur ein begrenztes Safariausfahrtkontingent zur Verfügung.

Werden von einem Nationalpark zum anderen durchgereicht.

Überall sind die Angestellten top motiviert, ihren Kunden alles zu bieten.

Ein fettes Trinkgeld abzusahnen!

Außerdem!

Wenn ich bitteschön zwei Wochen Afrika buche, in all den wichtigen Schutzgebieten Halt mache, so erwarte ich mir doch bitte die BIG 5 und alles Übrige auch noch!

Giraffen, Flusspferde, Zebras, Gnus, Vogelsträuße, Hyänen, Antilopen.

Und bitte Massen davon!

All das muss erst mal befriedigt und getilgt werde!!!.

Stell Dir mal den Druck vor, dem die Mitarbeiter*innen tagtäglich ausgesetzt sind. Denn man lebt hier schließlich auch noch von der Hand.

Kein Wunder, dass eines der „wichtigen“ Tiere schnell einmal belagert wird, von drei, von zehn, ja gar von zwanzig Safarijeeps!

Doch Bernard und ich waren gut dabei, all diesem Hokuspokus durch meine dringliche Bitte in der Früh aus dem Weg zu gehen.

Wir fuhren also los, es ging weiter an einem Fluss entlang, einspurig, rotlehmig, links und rechts saftigstes Grün und plötzlich vor uns, kein Weiterkommen!

Eine doppelspurige Kolonne hatte sich auf dem schmalen Weg gebildet und ineiander verhakt. Denn die Autos die uns entgegenkamen, wollten nicht so recht weiterfahren und fuhren eher zwischen die bereits in einer schier endlosen Autoschlange stehenden Autos auf der Gegenseite.

Denn hier schien sich etwas zu verbergen!

Ich sah nichts, nada, null, wir hatten zehn Jeeps vor uns und es gab kein Vor und Zurück mehr, denn hinter uns kamen sogleich die nächsten Wägen zu stehen.

Gefangen! Für was!? Bernard, ich will hier weg! Genau das, will ich nicht, genau das!

Weiße und safaribraune und beige Blechlawinen, Menschen, Menschen, Menschen.

Alle machten sie Foto, Foto, Foto.

Ein wirres und wildes Durcheinander, alle wollten zum Objekt der Begierde…

Langsam hatte ist es auch schon wie bei der stillen Post zu uns durchgedrungen.

Es sei ein Löwe! Und er liegt direkt neben der Straße!

Autos und Menschen…

Die mittlerweile entnervten Fahrer und ich wollten weiter, es bewegte sich etwas, langsam kamen wir voran, Wagenlänge um Wagenlänge und plötzlich stand ich direkt neben dem Löwen!

Ein altes Männchen, sichtlich, müde und gezeichnet vom Leben. Das Weibchen war auch anwesend. Ihr war der Trubel aber schneller zuviel als dem Männchen. Sie verschwand genau bevor wir „an der Reihe“ waren im Gebüsch auf der anderen Straßenseite.

Das Männchen trug ein besendertes Halsband unter seiner braunen Mähne. Fliegen machten sich um seine müden Augen und auf seiner Schnauze breit. Er schüttelte sie vergeblich ab, bis schließlich auch er sich erhob. Die müden Knochen schienen noch übernächtig und er schleppte sich, mehr als dass er stolz marschierte, zu seinem Weibchen auf die andere Straßenseite ins Gebüsch.

Von da an verschwunden…

Obwohl ich absolut keine Lust auf ein solches Szenar hatte, schien mir Fortuna Timing diesmal doch sehr hold. Ich hatte wunderschöne Portraitfotos eines männlichen Löwen im Kasten und bereits meinen zweiten der großen Fünf!

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