My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Die Anomalie des Wassers

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5/22/20262 min read

Und dieser blaue Fleck hielt, was Bernard mir versprach!

Schon von weiter Ferne konnte man unzählige, sich bewegende braune und weiße Flecken sichten.

Und bei genauerer, so gesehen, näherer Betrachtung, schlug mein Biologenherz höher und höher.

Allen anderen Arten voran bestach ein Vogel mit seiner unheimlichen Präsenz, der Glanzklaffschnabel - Anastomus lamelligerus aus der Familie der Störche.

Und wie der Name schon sagt, klafft sein Schnabel, ja er ist nicht vollends schließbar und somit bleibt immer eine Lücke im vorderen Drittel des Schnabels.

Und er stakste im Wasser, direkt vor meinem Fenster, denn Bernard wusste nun sehr wohl die richtigen Schalter an mir zu drücken, und führ mich direkt an die schlammige Uferlinie, mitten hinein in eine kleine Kuhreiherkolonie!

Hier war gerade Rast, Ruhe und Körper-, somit Federpflege angesagt!

Doch das interessierte Bernard wenig!

Eindruck, Eindruck, Eindruck – Trinkgeld, Trinkgeld, Trinkgeld!

Du erinnerst Dich?

Die fast rein weißen Kuhreiher schienen sich von uns daherrasenden Menschen in der riesigen Metallkreatur nicht sonderlich irritieren.

Sie blieben einfach stoisch sitzen, beinahe zum Anfassen.

Der schwarz schimmernde Storch jedoch war voll und ganz auf Nahrungssuche aus.

Immer wieder fuhr sein mächtiger Schnabel mit graziler Wucht die Oberfläche des Wassers entlang!

Schwarz und Weiß, Black and White, wie sehr liebe ich diese Kombination aus Nicht-Farbe und Farbe!

Und mein Auge kam in diesen sonderlichen Genuss gefiederter Schwarz-Weiß-Kombinationen.

Und mein Blick schweifte weiter, das Ufer entlang…

Da war noch mehr!

Verschiedene Limikolen, also Watvögel.

Zwergstrandläufer, Temminckstrandläufer, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer, Kampfläufer, Stelzenläufer und Grünschenkel.

ALLE mir aus dem schönen Seewinkel bekannt!

„Bald werdet ihr weiterziehen“, dachte ich bei mir.

„Wir sehen uns dann in ein, zwei Monaten.“

Und wer sich in Österreich auf die Suche nach dieser spannenden, aber herausfordernden Vogelgruppe machen will, der kommt um die Sodalacken im Winkel des Neusiedler Sees nicht drum herum.

Solange es sie noch gibt…

Denn die Salzlacken und die Watvögel und die somit einhergehenden Möglichkeiten, seine Mitlebewesen auf dieser Erde besser kennen zu lernen, schwinden…

Aber das ist eine andere Geschichte!

Zurück zu dieser Uferlinie!

Kiebitze waren gleich mit zwei Arten vertreten, dem Spornkiebitz und dem Schmiedekiebitz.

Und dann stand da, unbeweglich und starr, mit riesigem, gelbem Aug, ein Wassertriel.

Einzig und allein dieses Auge verfolge die Bewegung des langsam rollenden Landcruisers.

Der Vogel verschwamm durch sein unglaubliches Tarnfederkleid mit dem grauschlammigen Hintergrund. Wenn dies Auge nicht wär…

Und wie ging es weiter…

Abseits der Vögel konnte ich nun die ersten Flusspferde - Hippopotamus amphibius der Reise sehen.

Sie waren zwar im Zentrum des Sees, somit relativ weit weg, dennoch erfreute sich mein Herz.

War dies diesen beiden Hippos im Schönbrunner Zoo zu verdanken? Möglich!

Denn als regelmäßiger Schönbrunner Zoo-Besucher waren die Pferde des Wassers mit ihrem Gehege relativ nah am Eingang immer ein Fixpunkt und auch meist ein spannender oder lustiger Genuss!

Die Killer Afrikas…wer hätte das gedacht?!

Apropos Killer!

Plötzlich sah ich mich umringt von anderen, liegenden Badegästen.

Nilkrokodile - Crocodylus niloticus!

War ich damals in Namibia so unglaublich glücklich, am Okavango Fluss ein einziges Exemplar sehen zu können, so war ich nun vom Glück überwältigt, lagen da nicht eines, sondern gar zehn, zwanzig dieser unglaublich schönen Drachen, regungslos am Sandstrand umher…

Das Wasser brachte Leben…

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