My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Flying High

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5/18/20262 min read

Die Wege, die wir abfuhren verliefen spiralförmig mit allmöglichen Querverbindungen, so mancher offizielle Weg konnte von den unzähligen inoffiziellen Wegen, die durch die einfache Ignoranz des im Nationalpark geltenden Wegegebots entstanden sind und täglich neu entstehen, nicht mehr unterschieden werden.

Es ging auch hügelig dahin und so geschah es oft, dass hinter so mancher Anhöhe plötzlich ein Wasserloch auftauchte, von dem vorher keine Spur zu erahnen war, weil alles trocken, dürr, späthochsommerlich, Du erinnerst Dich..?

Und wie wir wissen bedeutet Wasser Leben!

Ein Zwergtaucher da, eine Elenantilope dort, ein Hammerkopf da, ein Warzenschwein dort, ein Marabu hier, ein Impala dort, ein Bruchwasserläufer hier, ein Anubispavian dort, ein Schwarzhalsreiher hier, eine Kongoni-Kuhantilope dort…

Neue Nachbarn! Neue Nachbarinnen!

Endlich!

Ich verlor mich in meiner Berufung!

Ich sog alles auf und konnte mich gleichzeitig vergessen.

Meine Schmerzen und Qualen für einen Moment nicht im Moment.

Und im Moment konnte ich sein!

Wie glücklich kann ich mich doch in sicheren und wohltuenden Wiegen wiegen lassen, wenn die Gedanken an meine gefundene Berufung durch die weiten Gewinde meiner Hirnrinde schweifen und sich festsetzen mittels goldenem Anker!

Ja, wie wahrlich schön ist es, das zu finden, was immer bereits aus mir herauswollte, es doch so lange Zeit im Inneren meines tiefen Abgrundes vor sich hin schmoll.

Und ja, wie wahrlich schön ist es, diesem Etwas die Hand darzureichen, um es hinan zu hieven, um mit ihm gemeinsam aus einem Gewässer der Ungewissheit herauszusteigen.

Hand in Hand, gemeinsam durchs Leben.

Meine Berufung und ich.

Geprägt durch Gene, Familie, Umwelt und Freunde.

Ein immerwährendes, sich weiter ent-wickelndes Band, welches aus dem Ursprung des Mutters Uterus seinen wellenförmigen Verlauf gen Ende in viele mögliche Todesszenarien aufknüpft.

Erahnt, verspürt, hinterfragt, geprüft, verschmissen, zerstreut, wieder erfasst, erkundet, erduldet und getan!

Immer schon lies mich der Baum meines Lebens innerhalb seines Stammes.

Ein Versteck, ein Zufluchtsort.

Ein immerwährender Trost.

Mein Geheimnis Natur.

Warum auch nicht sollte ich unserer Nachbarn Stimme sein?

Warum auch nicht sollte ich unserer Nachbarn Gehör sein?

Warum auch nicht sollte ich unserer Nachbarn Geruchsinn sein?

Warum auch nicht sollte ich meinem Leben die Lehre des Lebens lehren?

B-I-O-L-O-G-I-E

Und ich habe zwar nicht den goldenen Boden des Handwerks unter den Füßen.

Jedoch sehe ich mich im Handwerk des Lebens tüchtig und wurde fündig, mir so immer soliden Boden - er muss nicht gülden sein - unter meine Füße zu stellen!

Wäre dieser Boden nicht gewesen, der Bruch wäre noch fataler dahergekommen…

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