My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Bird of Prey

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5/16/20262 min read

Und mein Plan ging mehr oder weniger auf!

Bernard verschaffte uns nämlich immer wieder einen Vorsprung, indem er meine Bitte ernstnahm, nicht bei jeder Jeepkolonne stehen zu bleiben.

Somit blieben wir oftmals noch allein auf weiter Flur, nur vereinzelt waren andere Safarigäste verstreut in der Landschaft zu sehen.

Im Nairobi Nationalpark gibt es ein gut angelegtes Wegesystem, viele Schleifen und Rundfahrten ermöglichen ein immer wieder neues Erlebnis.

Und Bernard kannte aus seiner langjährigen Erfahrung als Fahrer die perfekte Route für uns, um zur Mittagszeit wieder am Eingangstor zu sein.

Neue Perspektiven und Lebensräume eröffnen sich schlagartig Kurve um Kurve!

Ein Fluss hatte sich einen tiefen Canyon in die Erdkruste gegraben. Die blaue Lebensader war umgeben von Schluchten satten Grüns. Riesige Bäume und scheinbar undurchdringbarer Busch säumten seine Ufer.

Nun flogen auch die ersten Greifvögel über das Autodach hinweg.

Und nachdem sich meine erste Sichtungen dieser so grazil anmutenden Vögel von meiner Terrasse auf den Hügeln des Büffels auf einige wenige Arten, die ich bereits aus Europa gut kannte, beschränkt hatte, war ich ganz verpicht darauf, auch endlich afrikanische Vertreter dieser Tiergruppe zu erspähen!

Ja, denn Du wirst es nicht glauben?!

War doch der erste sitzende Greif, den ich im Spektiv einstellen konnte – gespannt einen neuen Nachbarn erwartend – ein Mäusebussard! Buteo buteo!

Der häufigste Greifvogel in Österreich und einer meiner beruflich bedingten, meistgesehenen Anblicke, wenn das Suchbild meines Fernglases über den Zenit des Himmels schweift.

Und war doch der erste fliegende Greif, den ich im Spektiv einstellen konnte – wieder gespannt einen neuen Nachbarn erwartend – eine Wiesenweihe! Circus pygargus!

Oder wars doch eine Steppenweihe?! Circus macrourus?!

Egal! So oder so, zwei wunderschöne Vertreter ihrer Weihenverwandschaft.

Männchen durchgehend grauweiße Vögel mit schwarzen Flügelspitzen.

Weibchen hingegen hellbraune Vögel mit dunklen, gebänderten Musterungen auf Stoß und Flügelunterseite.

Und während die Männchen der hier vorkommenden Arten vergleichsweise leicht anhand der Ausprägung des schwarzen Keils an den Flügelspitzen und einem möglich vorhandenem schwarzen Band an den inneren Flügeln zu unterscheiden sind, ist die Treffsicherheit bei Weibchen, wenn es um eine exakte Artbestimmung geht, wesentlich geringer! Und das auch unter versierten Ornithologen!

Niemand ist vor Fehlbestimmung gefeit.

Wahre Größe ist, einen möglichen Fehler eingestehen zu können.

Zu revidieren.

Sich selbst auszubessern!

Keine Scham – gemeinsam sind wir doch stärker!

Wenn man doch dies nicht schafft und nicht über sich und sein Antlitz hinwegsehen kann, ja dem fällt das baldige Los zum Opfer, welches Glaubwürdigkeit und Ansehen innehält.

Und hier im Nairobi Nationalpark fragte ich mich, welcher Bird of Prey da nun über unser Autodach zieht?

Und es waren gleich mehrere Individuen. Segelnd, gleitend, den Wind perfekt nutzend, um ohne Kraftanstrengung voranzukommen.

Ich sah einen gegabelten Stoß.

Es waren Schwarzmilane - Milvus migrans.

Wohl der häufigste Greifvogel der Welt…

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