My African Dream- My African Horror
Auf den Hügeln des Büffels - Under the Bridge
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5/12/20263 min read
Und wir verschwanden von den indischen Touristen, doch es sollten nicht die letzten bleiben an einem solch schönen Sonntag im Nairobi National Park und die Erklärung dafür lieferte mir Bernard.
Denn den Zuzug vieler indischer Einwanderer, durch die von den Chinesen geschaffene, ungesättigte Arbeitsmarktlage, konnte man in Nairobi deutlich spüren. Billige Arbeitskräfte folgten den Megaprojekten ins Land und in die Stadt.
Und deren Familienbesuche ergeben zumeist an den Wochenenden ein reges Aufkommen gerade dieser Gesellschaftsschicht hier im Nationalpark, weil unter Woche ja zu arbeiten ist.
Und der Sonntagsbesuch im Nationalpark schien sich für viele indische Familien als Tradition zu etablieren.
Doch noch war es zeitlich früh und somit konnte ich mich noch ein wenig abwenden und isolieren von dem mir schon dämmerndem Bewusstsein, dass wir es bald mit einer Armada an Autos zu tun haben werden und dies für mich somit getrübte Aussichten ergab.
Ich machte es Bernard deutlich, dass ich keine Lust hatte auf Menschen, Massensafari, auf Autokolonnen, unnützes Fotografieren, ohne selbst bewusst zu realisieren…
Und ich nahm an, dass er verstand.
Doch auch diese Annahme wurde eines Besseren belehrt!
Denn trotzdem ich vor Bernard mein Lebensbuch geöffnet hatte, und er das seinige auch ein wenig vor mir, verblieb ich für ihn als zahlender Tourist…
Er versuchte im Laufe des Vormittags zwar einige Massenszenerien zu umfahren, dennoch fiel es ihm sichtlich schwer, nicht zu jeder möglichen Wagenkolonne hinzufahren.
Und es fiel ihm so schwer, dass wir plötzlich, unter der riesig wirkenden Eisenbahnkonstruktion, in einer Anhäufung an Safarijeeps, gleichgesinnten Landcruisern und sogar ganz normalen PKW zu stehen kamen, kein vor und kein zurück mehr möglich. Sämtliche Ausfahrten von den hinter uns folgenden Fahrzeugen versperrt und blockiert.
Wildes, aus dem Fenster Gestikulieren und lautes Herumgeschreie der Fahrer waren die Folge…
Und ich sank in meinen Sitz zurück, innerlich bestärkt, dass ich recht behalten sollte mit meinem zuvor dämmernden Bewusstsein.
Und das beste an der ganzen Szene war, dass sich die Autotraube völlig grundlos gebildet hatte, denn es waren keine Tiere zu sehen…!
Aber Du erinnerst Dich?
Je mehr man den Touristen bietet, desto mehr Trinkgeld wird erwartet…ein teuflischer Kreis für Afrikas Natur.
Und unter der Eisenbahnbrücke verbrachten wir nun eine Zeit…
Grundlos, tierlos, empathielos..
Kann man dem Massensafariaufkommen überhaupt entkommen?
Ich dachte an meine gebuchten Special Camp Sites in den Nationalparks und schwelgte dahin auf einer menschenleeren Wolke.
Wir entkamen an diesem Tage ab diesem Zeitpunkt niemandem mehr...
Es wurden mehr und mehr Jeeps.
In nie enden wollender Frequenz strömten Wellen der Humanität auf ein Fleckchen Erde, von dem wir uns lang abkehrten und nun umso dringlicher und dränglicher darauf zurückkehren wollen!
Ich versuchte Bernard nun nochmals klar zu machen, dass wir an solchen Autoansammlungen nicht stehen zu bleiben haben, auch wenn dort ein Löwe, Nashorn oder ein Elefant steht…
Nur für den Leoparden hätte ich eine Ausnahme gemacht!
Doch laut Bernard gab es diesen Vertreter der großen Fünf seit einigen Jahren nicht mehr hier im Nationalpark, weil die Großkatzen die Gemäuer des Schutzgebietes einfach ignorierten.
Da ich später eine gegenteilige Meinung präsentiert bekam, lege ich meine Hand für diese oder jene auch nicht ins Feuer.
Meinungen gibt es nämlich viele schnell einmal, doch fundiertes Wissen ist rar.
Und Meinungen sind nunmal verschieden, ist doch kein Grund sich dafür zu schämen oder diese zurückzuhalten!
Es ist auch kein Grund, dass man sich deswegen die Schädl einschlägt!
Sie sind verschieden. Punkt und aus. Gut so für Dich, gut so für mich.
Recherche, Selbstrecherche, selbst ist Frau und Mann!
Und da es angeblich auch keine Elefanten im Park gab blieben mir somit „nur“ drei der großen fünf.
Denn nebst dem Nashorn in der Früh kamen noch Kaffernbüffel und der König und die Königin der Tiere themselves hinzu!
Doch alles der Reihe nach, denn die Nationalparktour hat ja gerade erst begonnen!
Wir befreiten uns also aus der Jeepkolonne und ließen das gigantische Eisenbahnkonstrukt hinter uns.
Nairobis Skyline verlor sich am Horizont.
Vogelsträuße, andere Vögel, Antilopen und Giraffen hingegen fanden sich nun vermehrt darin…
