My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Oh Beautiful Grazing...

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5/8/20262 min read

Bernard versuchte das Dachfenster zu öffnen, um mir die Safari noch eindrucksvoller zu gestalten!

Schließlich gab es hier ja die berechtigte Logik: Je größer der Eindruck, desto größer das Trinkgeld!

Das Dachfester klemmte und Bernard, sichtlich auch von dem Zustand des Autos entsetzt, ließ es lieber sein, an den Schaltern noch mehr herumzudrücken, denn mechanisches Gezerre und Geschiebe war ja zu hören!

Doch die Dachluke öffnete sich nicht und ich fragte mich auch nach ihrem Sinn, da ja die zum Dachzelt dazugehörige Stahlkonstruktion einen durchgehenden Blick verwehrte und man auch nicht durch die Metallstäbe hindurch aufstehen konnte…

Dennoch versicherte mir Bernard, dass es ein gutes Auto sei.

Er habe selbst auch einmal so einen gefahren und die alten Benziner machen weniger Probleme als die mit Diesel betriebenen neueren Modelle.

Daher solle ich mir keine Sorgen machen!

Denn diese hatte ich, in meinem zarten Zustand seelischer und menschlicher Öffnung, nach außen getragen, also heran an Bernard.

Er sah mich an.

Wir begannen unsere Lebenskapitel voreinander aufzuschlagen.

Familie.

Mir schossen im goldenen Licht, um mich herum des Nationalparks so vertrauter Farbton, die Tränen in die Augen.

Sie ronnen nicht, sie kullerten nicht, sie flossen nicht und eigentlich schossen sie auch nicht.

Sie weinten.

Ich weinte um der Tränen tiefe Traurigkeit…

Und Bernard, sichtlich den Blick von einem weinenden Mann abwendend…

Ihm entkam dann doch noch etwas, was ich bis heute in mir trage, danke lieber Bernard!

„Don’t try to go down”, war der wunderschöne Satz der über seine Lippen kam…

Ich schluchzte tiefe, bebend zittrige Züge, meine Stimmritzen überreizt, alles überschlug sich in mir.

„Don’t try to go down”

Ich fing mich mit Hilfe von Außen!

Meine immerwährende Hilfe, seit dem ich denken kann, immer da, Mama Natur!

Und so sog sich das blutausrinnende schwarze Loch voll mit goldgelben Farbtönen, überzogen von einem zarten Hauch aus hochnebligen Schleierschwaden.

Denn das Blau des Himmels schimmerte im Blau der Glasfassaden von Nairobis Skyline.

Dies reflektierte in den Nationalpark zurück, ergab eine blaugraue Mischung, die einerseits doch fahl wirkte, andererseits doch einen gewissen Charme über das Szenario des Nationalparks bot.

Denn dieser, eingebettet in einen rasant wachsenden Orbit menschlicher Städte und Siedlungen, wurde mehr und mehr bedrängt.

Bedrängt von uns Menschen.

Denn wo „leerer“ Platz ist, ist Geld zu machen!

Und so wurde vor wenigen Jahren erst, 2017, ein Mega-Eisenbahnprojekt fertiggestellt, welches eine gigantische Eisenbahnbrückenkonstruktion quer durch den Nationalpark vorsah!

Mittels Großtierdurchlässen, die vielerorts zu klein ausgefallen sind und der Abgrenzung gen Himmel sollten die negativen Einflüsse „so klein wie möglich“ gehalten werden.

Tja, und wer nun diesen Reisebericht aufmerksam verfolgt hat, dem folgt die Conclusio, wer dieses gigantische Projekt denn erst finanziert und gleich auch selbst gebaut hat, aufs gelesene Wort!

Doch bevor sich dieses monumentale, kolossale Bauwerk vor mir auftürmte, gab es Momente des Friedens.

Da, ein grasendes Impala, es bleibt bei seiner Beschäftigung, als wir direkt daneben zu stehen kommen, ein Foto für meine Lieblingsgalerie. Meine Lebensgalerie.

Denn im Gegensatz zu diesem so friedvoll, anmutigem Tier - ich, das verletzte Tier…

Giraffen im Akaziendickicht, mit dicken, schwarzen Zungen fein gefiederte Blättchen zupfend, Vogelsträuße mit gesenkten Köpfen, mit erhobenen Köpfen, erste Anflüge einer schieren Vogelvielfalt, aber doch so gar wenige Greifvögel…

Und da stand es plötzlich, nach gerade einmal zwei Kurven weiterer Einkehr in den Nationalpark

A WHITE RHINO!!! FUCK YEAH!!!

Und wir waren alleine…

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