My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Nairobi National Park

...

5/6/20262 min read

Tag Drei und somit der letzte vor meiner Abreise nach Tansania begann mit der Exkursion in den Nationalpark.

Ich war gespannt, ich war entspannt, trotz wenig Schlaf, denn natürlich hieß es für mich, Natur zu Sonnenaufgang!

Und daher mussten wir um halb sechs die Segel streichen, Planankunft am Nationalpark-Tor bei dessen Öffnung um sechs Uhr.

All dies kein Problem nach beruflich bedingtem Leben im Lerchentreiben, trotz meiner inneren, biologischen Natur einer Eule.

Eulen habens schwerer in einem System, welches auf die frühen Lerchen eingezwitschert ist.

Und so kann es passieren, dass eine Eule um sechs Uhr am Nationalpark-Eingang steht und keine einzige Lerche noch den Flügel erhoben hat!

Bernard hatte auch nur ein müdes Lächeln für dies stille Schauspiel vor verschlossenen Toren übrig. Sein in der Dunkelheit des dämmernden Tages noch heller leuchtendes Gebiss formte auch so manch düstere Züge. JA, da war ein Goldzahn!

Und er drückte an! Ließ den Motor aufheulen, schob immer wieder ein paar Zentimeter den Wagen vor und zurück, immer darauf bedacht, den Abstand einzuhalten, den das über zehn Meter lange Tor brauchte, wenn es geöffnet werden würde.

Es kam eine viertel Stunde nach Sechs die Nationalparkmitarbeiterin, bewaffnet mit einer AK47 Kalaschnikow uns entgegen.

Ich konnte mich mehr oder weniger zurücklehnen. Ich hatte ja Bernard, einen Einheimischen und kunden Veteranen, was Nationalparkbesuche betraf!

Somit, nach ein paar gewechselten Worten wurde uns die Einfahrt gewährt, vielleicht ein paar hundert Meter weiter erwartete uns der nächste Schranken.

Hier gab es sichtlich schon mehr Treiben, hinter uns waren auch gleich drei Safari-Jeeps eingefahren und deren fahrende Guides waren sichtlich in Eile daran, als erstes beim Eintrittsprozedere an die Reihe zu kommen, schließlich wussten hier alle:

Hakuna shida!

Du erinnerst Dich?

Kein Stress, keine Eile, alles gut, nur mit Gemütlichkeit, probiers mal!

Doch wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Bernard blieb gelassen im Auto sitzen, grinste, kam sich wichtig vor. Er hatte hier eine Bekannte, die für den Nationalpark arbeitete und so erschien diese junge Frau auch sogleich an unserem Autofenster und die Abwicklung begann.

Ausweise, Fahrzeugdaten, Dauer, Bezahlung.

Bezahlung!!!

Ah, ja, da war ja was. Das Kreditkartenproblem.

DEBIT-Card?

Nein, wird nicht zugelassen.

Cash? In US-Dollar?

Nein, wird nicht zugelassen.

Mir wurden noch weitere innerafrikanische Lösungsoptionen angeboten, die ich allesamt nicht kannte.

Doch Bernard hatte natürlich eine solche Zahlungsoption mit seinem Smartphone parat, obwohl er es sichtlich nur sehr widerwillig machte, tat er mir dann doch diesen Gefallen.

Somit waren wir drin!

Die Bezahlung sollte dann am Ende des Tages mit Bernard erfolgen.

Was mir hier in Kenia bei dem Nationalparkbesuch gleich auffiel war, dass ich für das Auto extrem wenig, quasi nix zahlen musste. Im Gegensatz zu den Nationalparks in Tansania, wo ich gefühlt das Zehnfache zahlte und die Dollar beziehungsweise Schilling nur so davonrasten!

Und nun, entlang von weiterem, schwerbewaffnetem Personal wurde uns der zweite Schranken geöffnet und eine für mich sehr emotionale Fahrt begann…

Es war der Beginn, die ersten vorsichtigen Anflüge, geöffnete Gefühlswelt, vereinende Momente, ein Leben im Hier und Jetzt!

Die Taster wurden ausgefahren, die Antennen in Position gebracht, Geruchssensoren aktiviert!

Und ich war Beifahrer! Endlich einmal…

Welch Abbild der Verantwortungsveranlagung ist das Fahrer-Beifahrer-Dilemma!?

contact

write something!

mail to...

wittinghausenmusic@gmail.com

© 2026. All rights reserved.