My African Dream - My African Horror
Auf den Hügeln des Büffels - Mein eigentlicher Fahrer Bernard
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5/4/20263 min read


Bernard hatte eine Statur wie ein übergroßer Pinguin. Sein Oberkörper und Kopf waren schmal bis normal gebaut, jedoch ergab sich um die Hüfte ein ausladender Schwerpunkt, den die Beine mehr schlecht als recht tragen konnten. Die Hüften waren bereits ein wenig angeschlagen, denn er kam uns hinkend entgegen.
Aber voller Tatendrang! Und Freude mich zu sehen!
Wir hätten doch noch einen Business miteinander offen!
Welchen Business, fragte ich mich...
Also, Bernard war eigentlich dafür vorgesehen gewesen, mich vom Flughafen abzuholen, jedoch wurde seine Frau krank und so sprang ja bekanntlich Arno in die Presche!
Und dies erklärte mir Bernard ausdrücklich, ausschweifend, verzweifelt, weil er nun durch die Krankheit seiner Frau einem guten Verdienst entgangen sei!
Ich dachte an die drei Dollar, die ich Arno gegeben hatte...
Er hatte einen viel dunkleren Hautton als Arno, Ann oder Jonathan, sein Gebiss strahlte braunweiß schimmernd mir entgegen. War da ein Goldzahn? Er war ein Geschäftsmann, durch und durch, Fahrer für Alles, er wusste einen Eindruck zu machen und zu hinterlassen. Und er wollte an mir unbedingt Geld verdienen!
Er hatte ja auch Glück, denn nebst dieser heutigen Ausfahrt hatte ich noch einen Besuch im Nairobi Nationalpark geplant.
Und da ich mich anfangs noch nicht ganz alleine auf meine Füße stellen wollte, buchte ich bereits in Wien bei Ann einen externen Safaridrive. Quasi mitsamt Fahrer und Auto.
Doch da jetzt wider Erwarten ein eigenes Auto dastand, konnte Bernard also mein Fahrer sein für die Nationalparktour!
Somit ersparen wir uns jede Menge Kosten.
Denn Du erinnerst Dich, die Nationalpark Eintrittgebühren setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Personen, Autos, Dauer, Übernachtungen, Unterkünfte, Special Activities, etc…
„How much do you think, you will pay me?”, schnellte mir Bernard diese Frage entgegen!
“Ähhmm, I don’t know, I will think about it, I am sorry, I don’t know yet.”
Bernard blicket mich mit einem versierten Blick, schräg von der Seite an. Er wurde misstrauisch? Ich dachte mir nur, dass er froh sein kann, überhaupt eine Arbeit an mir gefunden zu haben, denn für meine von Ann gebuchte Safari war eigentlich ein sogenannter David als Exkursionsguide geplant gewesen.
Von diesem David habe ich nie nur einen Hauch vernommen.
Bernard war Taxifahrer, nicht Safariguide, dachte ich mir, dementsprechend kommt es einfach auch immer auf den Input an, den ich von meinem Gegenüber bekomme, wenn es um Trinkgelder geht.
Doch natürlich saß ich abends auch vor einer bekannten künstlichen Intelligenz und beriet mich über das zu gebende Trinkgeld für Taxista Bernard!
Jedenfalls etwas verdutzt über seine Dreisheit nach der Frage, wieviel ich ihm denn zu zahlen pflege, ging es dann in den Supermarkt.
Kein Tankkanister, dafür festes Geschirrspülmittel, Abwaschschwämme, Schokolade, die ersten Konservendosen, nämlich Baked Beans und Mais.
Mehr getraute ich mich noch nicht zuzuschlagen, oder war es doch die leider wieder einmal festzustellende Armut an Alternativen für fleischlose Ernährung?
Und ich hatte ja auch noch einige Nächte in Unterkünften vor mir, wo es Verpflegung gab.,
Ich hätte viel, sehr viel, viel mehr zuschlagen sollen, soviel steht fest…
Abends im Bett mit meinem Laptop, nebst meiner Tringgeldberatung, ein weiterer Anlauf auf den Endgegner TANAPA!
Und siehe da, JAMBO!, plötzlich konnte ich das Fenster wieder anklicken.
Plötzlich konnte ich alle Permits fix und fertig vor Augen in den Bezahlungsprozess schicken!
Es war vollbracht, getan, geschafft! Der Endgegner besiegt!
Doch ein Endgegner wäre kein Endgegner hätte er nicht noch ein Ass im Ärmel und so blieb im Bezahlungsvorgang plötzlich wieder alles stecken, Werte vertschwanden, ich konnte nicht zahlen!
Ich schrieb also wieder, eine weitere verzweifelte Nachricht an TANAPA, ich hätte es fast geschafft! Sie sollen mir bitte nur noch hier helfen! Ich hätte nur mehr eine Nacht vor mir mit Internet!
Erwartungsvoll und wieder nach stundenlangem IT-Kampf, schloss ich das Kapitel der zweiten Nacht auf den Hügeln des Büffels…
