My African Dream - My African Horror
Auf den Hügeln des Büffels - Papio anubis
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4/30/20262 min read
Da ich dringend eine SIM-Karte für mein Tablet benötigte, um eine telefonische beziehungsweise tabletarische Kontaktmöglichkeit zu haben, war ein Abstecher zu einem der bekannten Netzwerkanbieter Ostafrikas notwendig und geplant.
Denn ohne eine bekannte Kommunikationsplattform, die nur online funktioniert, gäbe es keine Möglichkeit mit den Autovermietern in Kontakt zu kommen und zu bleiben, falls etwas mit dem Auto geschehe...
Und diesem Auto, dem Toyotababy, sollte so einiges geschehen…
Natürlich waren auch Unterkünfte und Nationalparkmitarbeiter*innen nur über diesen Weg, unumständlich und leicht zu erreichen. Ja, die Welt ist eine andere, jeden Tag, und die Menschheit ist smart mit phone…
Ich war nicht (mehr) smart, ganz ohne phone…
Weiters brauchte ich die Tankkanister und wollte mich, so wie ich es aus Namibia gekannt habe, mit Lebensmitteln und Sonstigem für die Reise ausstatten. Damals waren wir immer so gut versorgt, mit täglich variierenden Abendessen, dazu klassischen Frühstücksoptionen und während den Fahrten Snacks, Snacks und nochmal Snacks! So stellte ich mir dies nun auch für mich vor!
Ein Bekannter von Ann machte jegliche Besorgungen für die Cottagegäste, ich solle einfach Bescheid geben, überhaupt kein Stress. Er komme, wann ich wolle und somit blieb mir endlich eine Zeit des Ankommens.
Ausschlafen, ohne Wecker, mein Rhythmus, Afrika!
Fernglas, Spektiv, Kamera und Bestimmungsbücher, dazu Frühstück bei Sonnenschein auf der Terrasse.
Giraffen am Fluss, eine neue Vogelart nach der anderen, huschende Skinke und crazy butterflies!
Plötzlich, ein riesen Radau, Grunzen, Grölen, Geschrei!
Aber nicht menschlicher Natur, es waren andere Tiere in das Anwesen eingebrochen, genauer gesagt eine Familie des Anubispavians. Oma, Opa, Mama, Papa, Tante, Onkel, Cousins und Cousinen und ein ganze Kinderschar.
Sie machten es sich am Dach des Poolhauses zu schaffen, begannen alles zu inspizieren, zu zerlegen, was nicht niet- und nagelfest war, Pflanzen wurden zerrupft und entblättert, dazu wildes Gekreische!
Anfangs etwas perplex, weil ich von meinem Platz die ganze Szenerie nicht einsah, somit auch nicht wusste, um was für einen Einbruch es sich hier handelte, wurde mir dann eben alles klar, als ich, Jonathan an mir vorbeisausend, aufstehend mir einen Überblick verschaffte.
Perspektivenwechsel!
Jonathan lief aber nicht geradewegs zu den Pavianen, sondern in die entgegengesetzte Richtung, so als wäre er in dringlicher Eile!
Und diese Eile war definitiv angebracht, denn in Sekundenschnelle setzte sich der Zerstörungsfeldzug der Primatenart fort!
Die Geschicklichkeit, gepaart mit brachialer Kraft und explosiver Energie behilft es diesen Affen eine gewisse Distanz zu uns Menschen zu bewahren, ja denn sie sind unberechenbar!
Hauen sie ab vor Angst? Im nächsten Moment machen sie kehrt, fletschen die Zähne, gehen auf Angriff über.
Dieses „Foppen“ unter welcher Bezeichnung wir dieses Verhalten auch von uns kennen, lässt unglaublich witzige Konfrontationen zu und von diesen sollten mir noch einige während dieser Reise unterkommen, speziell am Eingang der Conservation Area des Ngorongoro Kraters.
Aber zurück zu den Hügeln des Büffels! Als ich mit schierem, begeistertem Erstaunen die Anubispaviane bei ihrer Invasion beobachtete, kam plötzlich wieder Jonathan angerannt.
Diesmal bewaffnet!!!
Mit einer selbstgebastelten STEINSCHLEUDER!
¡Ay, caramba!
Und sofort war mir klar, dass dies nicht der erste Pavianüberfall auf das Cottage war.
Jonathan wusste genau der Situation als schlussendlich triumphierender Sieger beizuwohnen und vertrieb die Affenfamilie im Handumdrehen.
Jonathan – der Mensch.
Ein müdes, schafsfrommes Lächeln überkam sein Gesicht, als er kehrt machte, die Steinschleuder ein weiteres Mal zurückbringend...
