My African Dream - My African Horror

Auf den Hügeln des Büffels - Eine verspätete Ankunft

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4/26/20263 min read

Am Tor zum Cottage erwartete mich bereits Jonathan und öffnete mir mittels Fernbedienung das Gatter. In seinem Blick schwang eine gewisse Traurigkeit, ja war es gar Mitleid mit mir?

Ich parkte nun also das Auto in eine auf cm genau bemessene Parkbucht innerhalb des Anwesens, die nicht unbedingt auf Safariautos zugeschnitten war, ein zähes vorwärts, rückwärts, vorwärts, rückwärts waren die Folge und nun wurde mir auch die Bedeutung des kleinen Zusatzspiegels vorne links an der Motorhaube bewusst! Mit eben diesem Spiegel und Jonathan vermied ich die erste mögliche Delle! Danach war ich heilfroh, dieses Auto nun die nächsten 2 Tage nicht befahren zu müssen. Bye bye, Toyotababy!

Ich hatte keine Kraft mehr!!!

Doch nun eröffnete sich mir doch endlich dieses Fenster der Freiheit und ich konnte, in Ruhe gelassen, ankommen.

Da mir Ann anfangs auch berichtete, dass ich 2 Tage lang der einzige Gast sei, war mir noch wohler ums Herz! Waren mir doch Ann und Jonathan von Anfang an überaus angenehm und sympathisch und nur mit diesen beiden um mich herum fühlte ich mich angenehm vertraut mit diesem Ort. Es war ein Ort abseits des pulsierenden und treibenden Lebens Nairobis, es war ein Ort abseits von Massentourismus und Safarifanatik, es war ein Ort der Stille und Ruhe.

Die Anlage war in Hanglage, bergab ging es zum Fluss, der die Grenze zum Nationalpark markierte, bergan befand sich nebst weiteren Anwesen eine riesige Gstettn, mitsamt Wiesen, Gebüsch und Trockenstellen. Es gab einen Pool, weiträumige Liegeplätze, eine Außenküche, die Steinwege in Serpentinen angelegt, alles umgeben von einem dauerbewässerten Pflanzenparadies. Die Böden saftig, feuchtschimmernd grün, das Gebüsch gepflegt und doch wild und lebendig, weil viel Leben darin, nicht so wie „unsere“ Thuyenhecken, oder hast Du schon einmal brütende Vögel, aufgeweckte Eidechsen und buntes Insektentreiben in diesem blickdichten Nadelgebüsch entdeckt?

Weiters befanden sich sehr viele tropische Baumarten auf dem Anwesen und mit einer reichlich blühenden Bugainvillea, der Drillingsblume fühlte ich mich zurückversetzt auf die Galápagos Inseln, auf denen diese beliebte Gartenart auch sehr häufig verteten ist. Die kleinen, krautigen, immergrünen Periwinkle Pflänzchen trugen ihr weiteres dazu bei, dass ich sehr stark an meine vergangene Zeit auf dem berühmten Inselatoll denken musste.

Ein Stich, die klaffende Wunde weit offen, blutend – der Bruch brach mir schließlich mehrere Wirbel der wohlen Seele, und der Grund warum ich eigentlich hier in Afrika gelandet bin war zu diesem Zeitpunkt in Galápagos.

Nebst den bereits beschriebenen Wohneinheiten, gab es großzügige Terrassenbereiche, quasi für jede Wohneinheit ein eigenes Platzerl und somit war ich auch noch glücklich, als in der Nacht des zweiten Tages die Familie der Besitzer anreiste, somit alle anderen Rundhäuschen bezogen wurden und ich es somit auch erlebte wie das Cottage auf einen wirkt, wenn es ausgebucht ist.

Doch anfangs war ich einfach allein, ich spürte die Müdigkeit in den Knochen als ich nun, endlich auf der Terrasse Platz nehmend, mein Spektiv zur Hand nahm um auf die andere Seite des Flusses zu spähen. Was möge mich erwarten?

Natürlich möchte ich neue Tiere und Pflanzen, neue Nachbarn kennen lernen, alles aufsaugen, vom ersten Moment an!

Doch ein Tier wollte ich unbedingt, dringlich und von Herzen im Zuge dieser Reise sehen, den Leopard!

Denn in Namibia ging mir diese nun in aller Mode liegende Großkatze um einen Tag durch die Lappen! Der Leopard hätte meine BIG 5 Mission erfüllt. Elefant, Löwe, Nashorn und Büffel hatte ich bereits gesehen und zwar auf unglaublich schöne Art und Weise.

Nun, hier in Kenia und Tansania wusste ich bereits, wie man mit Fernglas und Fernrohr auf Leopardensuche ging und so verweilte mein Blick lang auf jeder Akazie, die auf dem gegenüberliegenden Hang stand. Denn der Leopard ist Baumbewohner!

Doch so schnell sollte sich mein dringlicher und sehnlicher Wunsch nicht erfüllen und ich erfuhr auch später, dass es gar keine Leoparden mehr im Nairobi Nationalpark geben soll...?

Fragezeichen, weil die Information von einem Menschen kommt, der hier nun in weiterer Folge seinen Auftritt haben wird, und ich im Nachhinein ohne eigene Recherche meine Hand für dieses Statut nicht ins Feuer legen würde.

Dennoch war es ein grandioser Ausblick, Giraffen, Zebras, Impalas am Horizont, dahinter die Skyline von Nairobi.

Ein Kontrast wie die Menschheit…

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