My African Dream - My African Horror
Auf zu den Hügeln des Büffels
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4/12/20262 min read
Und Männersache schien nach wie vor das Autofahren in Afrika zu sein.
Denn „it must be a Lady driver”, kam Arno nicht nur einmal über die Lippen, inklusive diesem Grinsen, das Männer an den Tag legen, wenn sie sich Stärke durch Unterdrückung, durch Minimalisierung, durch Schlechtmachen des weiblichen Geschlechts in ihr so banal denkendes Hirn heraufbeschwören. Eine sichtlich falsche Stärke, wie dieses dämliche Grinsen ja nur unterstreicht!
Doch Arno fuhr mich sicher an mein erstes Ziel.
Nicht durch Nairobis eindrucksvolles Downtown mitsamt seinen prächtig und stark wirkenden Wolkenkratzern, sondern an verschachtelten Stadtumfahrungen und Außenringen entlang.
Und dies ließ die für mich erste Faszination dieser Stadt erst so richtig zur Geltung kommen!
Denn Nairobi war an einem Ort errichtet, wo es wohl früher einmal sehr viele Tiere gab und so wurde hier gleich auch Kenias erster Nationalpark errichtet, quasi um diese Tiere im Zaun zu halten.
Menschliche Mauern, eine Skyline als Schutzwall - denn auch heute noch gibt es hier sehr viele Tiere!
Und an diesem immer kantiger werdendem Grat, zwischen Mensch und Natur, zwischen ziviler Bevölkerung und ursprünglichem Urzustand, entlang des Zaunes fuhren wir dahin.
Rasende Autos im Slalom über die Autobahn, im Augenwinkel grasende Elefanten, Giraffenköpfe über den Akazien, huschende Antilopen und Gazellen, ein Nashorn?!
Ein Nashorn?! Neben der Autobahn, na das ist ja mal was!
Und nebst diesen ersten schleierhaften Eindrücken, denn der Schleier der Übernachtigkeit und der anstrengenden Anreise hatte mich nach wie vor fest umhüllt, machte ich mir Gedanken über das Trinkgeld für Arno! Ziemlich zach, gleich mit solchen Sorgen konfrontiert zu werden auf einem fernen fremden Kontinent.
Hinzu kam ja, dass ich bereits mit dieser meiner ersten Unterkunft Konflikte bezüglich der Kosten des Flughafenshuttles hatte! Wurde mir doch auf einer bekannten Buchungsplattform versichert, dass dieser Service im Preis inkludiert sei, mir die Unterkunft dann jedoch die zu zahlenden Dollar für Arno auflistete.
Ein sicher einigen Menschen bekanntes, unangenehmes Hin und Her an Chatnachrichten war die Folge. Ich versendete Screenshots, meldete mich bei der Buchungsplattform, die wiederum plötzlich behauptete der Preis sei doch nicht inkludiert.
Bis ich selbst auf den Fehler im System draufkam, nämlich wurde mir der Flughafenshuttleservice tatsächlich gestrichen, als ich den „Genius-Rabatt“ der Buchungsplattform einlöste, der mir geringer Kosten versprach! Nicht ganz so genius…
Die Unterkunft hielt derweilen die Wogen glatt, versicherte mir ja dankenswerterweise auch die Abholung mitten in der Nacht und erstattete mir sogar die Kosten!
Dies alles im Kopf und mit schlechtem Gewissen, da mein Flug drei Stunden verspätet war, Arno somit eigentlich hätte normal ausschlafen können, spielten Zahlen Ping Pong in meinem Gehirn.
Ein oder zwei, gar fünf oder zehn Dollar?!
In Namibia waren ein bis zwei Dollar Standard, aber galt das hier auch?
Irgendwie wirkte alles so auf mich ein, dass Kenias Wirtschaftstreibende bereits mehr verlangen würden und man mit ein bis zwei Dollar Trinkgeldern als weißer Geizhals dastand. So wollte ich nicht dastehen...
Heimlich zählte ich die paar Münzen und Scheine in meinem Reisegeldbeutelchen, das ich für kleine Ausgaben bei mir trug.
Ping-Pong!
Wir kamen an. Auf den Hügeln des Büffels.
Jonathan erwartete uns bereits am Tor der Cottages. Während er dieses für Arno und mich öffnete kam Ann auf kleinen Schritten herangelaufen.
