My African Dream - My African Horror

The African Story

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4/9/20263 min read

Das Erste was ich tat war, mich zu entschuldigen.

Doch Arno öffnete den Raum für diesen Trübsinn gar nicht erst, nein, er lächelte mich grinsend an, beschwichtigte, erklärte sich.

Wenn er wo zur Arbeit hingeschickt wird, dann erledige er diese immer gut und gewissenhaft, versicherte er mir.

Sein Grinsen wurde immer größer und sein Gebiss stach mir richtig ins Auge, denn einige Zähnen fehlten, verfaulten gerade oder hingen bereits tot an ihren Wurzeln. Von ursprünglicher Weißheit der übrigen Mahl- und Beißinstrumente waren sternenförmige Flecken, die durch eine braune Wand zu schimmern schienen.

Nun fielen mir auch seine Augen auf. Diese waren ziemlich tränig und rotunterlaufen. Konnte es sein? War Arno angetrunken oder gar bekifft? Sein Grinsen so breit!

Und ein kurzes Hin und Her, bezüglich wer denn von uns den Koffer zum Auto schiebt und zieht, beziehungsweise schleift, weil ja, Du erinnerst Dich, kaputtes Rad.

Und ein kleiner Triumpf seinerseits, weil er sich dringlichst durchsetzte, befeuerte sein verschmitztes Gehabe.

Gut, ich wollte ohnehin noch eine Zigarette rauchen.

!Doch hier in Kenia sei es nicht erlaubt auf offener Straße zu rauchen, ich müsse dafür einen kleinen überdachten, mit durchsichtigen Glaswänden versehenden Unterstell aufsuchen.

Diese waren sehr weitläufig auf dem Flughafengelände verteilt, jedoch hatte ich Glück, denn eine dieser Raucherbegegnungszonen war direkt am Ausgang der internationalen Ankunft.

Darin begegneten mir zwei Taxifahrer und zwei weitere Flughafenangestellte.

Natürlich wurde mir sofort ein Taxi angeboten, keine Besonderheit.

Die beiden Flughafenangestellten fragten mich nach Geld. Dies ließ mich doch ein wenig verwundert zurück.

Ich verneinte.

Sie fragten mich, ob ich Essen oder Trinken für sie hätte, ich hätte doch sicher was aus dem Flughafen bei mir. Wieder Verwunderung.

Wieder Verneinung.

Die beiden schienen doch hier sichtlich angestellt.

Ich stellte mich hinaus, die Taxifahrer warnten mich vor Konsequenzen, denn draußen rauchen sei tabu und ich könnte mir eine Strafe einheimsen.

Ich blieb draußen. Ich heimste nichts ein. Ich hatte keine Lust auf Menschen…

Zurück zu Arno, ich fragte mich immer noch, ob Arno wohl high sei?

Jedenfalls hatte er es gut drauf zu kommunizieren, auch während dem Autofahren.

Und ich war unendlich dankbar, dass ich nicht selbst habe mich hineinwagen müssen in einen Mietwagen, um durch Nairobis Frühverkehr zu manövrieren.

Arno tat dies blindlings, eine Hand am Steuer, die andere um meine Lehne gelegt, sodass er mich beinahe umarmte, schaute er in mehr oder weniger rascher Abfolge auf die Straße und zu mir.

„The Chinese built it, they build everything, it’s very dangerous”, kam über seine Lippen, als wir den neu errichteten Express-Highway vom Flughafen zum Autobahnanschluss entlangrasten. Auf dieser Straße wird eine Maut eingehoben. Es gab kaum Verkehr und so konnte Arno mehr den Blick auf mir ruhen lassen als auf der Straße, was mir bei der Geschwindigkeit von über 120km/h dann doch nicht so behaglich vorkam.

Denn nach nunmehr einigen innigen Blickkontakten und tiefen Augenblicken war ich mir sicher, dass Arno sich die Zeit des Wartens wohl versüßt hatte.

„Links und rechts des Express-Highways gäbe es die alte, nach wie vor unentgeltliche Schnellstraße“, meinte er weiters.

Diese Landstraße war ein abstruser Kontrast zu der hochmodernen Autobahn.

Vor mir ergab sich ein Bild kreuz und quer fahrender Autos, Hupen, Lärm, Abgase, Gestikulationen, heraus aus den Fensterscheiben!

Zwischen den still zu stehenden Autokolonnen, die nur langsam dahinrollten, fuhren wie wild geworden, Mofas, Mopeds, Scooter, Motorräder Slalompassagen und Haarnadeln.

Fahrräder versuchten sich vorsichtig am Straßenrand, wo sie mit unzähligen zu Fuß gehenden Menschen ihr Glück in gelungenen Ausweichmanövern versuchten.

Immer auf der Hut vor den motorisierten Rivalen auf der Straße!

Ach wie froh war ich, nicht da unten im Stau zu stecken…

Ein Stau ist ein Stau ist ein Stau, egal wo auf der Welt!

Und der Norden Tansanias sowie der Süden Kenias warteten nur darauf, mich in ihren Stau zu wickeln, und es kam wie es kam.

"Two trucks hit, they block the road completely! There is another road, just follow...", war da zum Beispiel, aber dazu später mehr!

Arno und ich bretterten den Highway entlang, vor uns die Mautstelle.

Mir wiederholte sich ein Bild, welches ich bereits aus Namibia kannte.

Infrastruktur in Afrika ist Chinasache!

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