My African Dream - My African Horror
Ein Elefant in der Wüste
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4/6/20262 min read
Und ich war unfrei…
Ketten eines Systems, eines Lebenssystems hingen in zerfetzten Resten schwerlastend an mir.
Gefangen zwischen zwei Welten. Gefangen zwischen zwei Leben.
Doch nur eines schien sicher. Und daran konnte der Bruch nichts ändern.
So verflog sich der alte, schwarze Rabe wieder in die Nacht und der Tag des eigentlichen Abflugs kam.
Tatsächlich erwartete mich mein ägyptischer Freund, der mit mir durch Dick und Dünn der filmographischen Vergangenheit eines großen Regisseurs unserer Zeit gegangen ist, am Check-In Schalter der erwählten Fluglinie und siehe da, ich hielt die frisch gedruckten Boarding Pässe in der Hand. Alles wie geplant.
Und dann saß ich auf einmal im Flugzeug, ein abendlicher Anflug nach Kairo inklusive Pyramiden!
Ich sah zum ersten Mal die Pyramiden!!!
Ein Weltwunder im Vorüberfliegen.
Und weg!
Nun erwartete mich eine arabische Welt, das Morgenland, der Orient.
Und ein dementsprechender Flughafen dazu.
Am Gate zum Flug nach Nairobi, Kenia angekommen, genoss ich erstmals Kaffee und Zigarette.
Hier nahm man es mit der strickten Abriegelung und dem Absog der Raucher*innen nicht ganz so, wie man es anderswoher kennt, die Glastüren, des direkt neben den wifi-Stationen gelegenen Raucherkammerls, standen sperrangelweit offen, der gesamte Gatebereich war bereits vernebelt als ich ankam.
Herrlich!
Doch was mich schon ein wenig wunderte war, dass mein Flug auf keiner der hier angebrachten Anzeigetafeln aufschien. Nachfragen. Doch, doch, der Flug geht schon, just be patient, Sir. Einmal durch die letzte Sicherheitskontrolle, Feuerzeugabnahme, keine Möglichkeit mehr auf Verpflegung oder Toiletten.
Der Flug erschien auf einer der Boardingtafeln mit einstündiger Verspätung.
Noch bevor diese Stunde ablief, verschwand der Flug plötzlich von der Tafel und ein anderer erschien. Nun wurde ein anderes Flugzeug mitsamt Menschen befüllt, abgefertigt und adieu!
Natürlich verzögerte das den eigentlichen Abflug massiv.
Doch auch dieser kam schlussendlich, es war bereits tiefst vergangene Nacht, die körperlichen Verschleißerscheinungen machten sich bemerkbar.
Diese konservenartige Verpackung, in die man in Flughäfen gehüllt wird, legte einen staubigen und graufilmigen Belag auf mein Wesen.
Ich konnte nicht schlafen.
So machte ich durch und kam pünktlich zu Sonnenaufgang in Nairobi an.
Drei Stunden verspätet. Eine zeitliche Welt, wie ich damals stark empfand!
Vor allem und wahrscheinlich deswegen, weil ich bereits mit sehr schlechtem Gewissen einen Fahrer auf mich warten wusste, den die erste meiner Unterkünfte organisiert hatte.
Anfangs bot ich noch an bis in der Früh in einer Cafeteria zu warten, damit der Arme, nicht auch seine Nacht an den Nagel hängen muss, nur wegen mir, doch es wurde mir einfach zu Teil gemacht, ich möge doch bitte dies annehmen, der Fahrer hole mich mitten in der Nacht ab.
Da meine urgierenden Nachrichten aus Kairo, der Fahrer könne getrost ausschlafen, aufgrund der Bürozeiten nicht gelesen wurden, wusste ich, dass die Nacht am Nagel hängen bleiben wird – für uns beide!
Arno war sein Name und mit ihm tauchte ich ein in eine fremde Welt…
